|
 |
 |
 |
 |
 |
Bischof D. Meiser durch Katharina von Bora ersetzt |
 |
|
Vorwurf: Kirche liefert Altbischof „maßloser Entehrung“ aus Bayern: Meiser-Unterstützer verteilen Flugblätter bei kirchlichem Empfang M ü n c h e n (idea) – Der Streit um die Umbenennung der Münchener Meiserstraße ebbt nicht ab. Drei bayerische Pfarrer werfen der Leitung der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern vor, sich nicht schützend vor ihren früheren Bischof Hans Meiser (1881-1956) zu stellen. Dem Altbischof werden antisemitische Äußerungen aus den Jahren 1926 und 1943 vorgehalten, weshalb die Stadt im vergangenen Jahr beschlossen hat, die Meiserstraße in Katharina-von- Bora-Straße (nach der Ehefrau Martin Luthers) umzubenennen. Die Kirche habe ihren früheren Bischof „einer maßlosen Entehrung und Verleumdung ausgeliefert“, heißt es auf einem Flugblatt, das am 9. April vor einem kirchlichen Empfang in München verteilt wurde. Unterzeichnet ist es von den Pfarrern Armin Rudi Kitzmann, Hans-Joachim Schaffer und Ulrich Wagner. Sie werfen den Meiser-Kritikern vor, den Stab über einen Mann zu brechen, der unter ständiger Repression durch das Nazi-Regime habe Verantwortung tragen müssen. Der Altbischof habe nachweislich mehr als 126 Menschen, die als „Nichtarier“ klassifiziert worden waren, das Leben gerettet, die Kirche vor der Beherrschung durch die Nazis bewahrt und sich nach dem Krieg um die Beheimatung von 700.000 Flüchtlingen bemüht. Katharina von Bora – eine Antisemitin? Unterdessen haben die Kritiker der Umbenennung einen Brief Martin Luthers aufgestöbert, der die neue Namensgeberin, Katharina von Bora, als antisemitisch erscheinen lässt. In einem Schreiben vom 1. Februar 1546 an seine Gattin beklagte der Reformator seinen schlechten gesundheitlichen Zustand auf einer Reise nach Eisleben. „Wenn du wärest da gewesen, so hättest du gesagt, es wäre der Juden oder ihres Gottes Schuld gewesen“, so Luther. Nach Ansicht der Kritiker hätten die Münchener Namensgeber aufgrund dieses Briefs aufgeschreckt sein müssen: „So kann man nur feststellen, dass der Name des angeblich antisemitischen Hans Meiser ausgetauscht wird gegen den Namen der vermutlich judenfeindlichen Katharina von Bora. Was für ein Wechsel!“ Protest gegen Gedenktafel Auf einer Gedenktafel, die die Kirchenleitung am 12. Februar enthüllen wollte, war davon die Rede, Meiser habe sich „aufgrund einer problematischen theologischen Einstellung“ deutlich antijüdisch geäußert. Außerdem habe er es unterlassen, öffentlich seine Stimme gegen die Ermordung und Verfolgung von unzähligen Menschen zu erheben. Nach 1945 habe er sich „nicht genügend deutlich und öffentlich zu seiner persönlichen Schuld bekannt“. Gegen den Text der Gedenktafel hatte der Enkel des Altbischofs, Hans Christian Meiser (München), durch seinen Anwalt interveniert. Daraufhin sagte die Kirche die Enthüllung ab.
|
 |
 |
|
Friedrich Wilhelm Künneth wird 75 "Kleine Anfrage" des MdB Volker Beck gegen Christi
|
|
 |