Bekennende Gemeinschaften kritisieren Stammzellbes

Bekennende Gemeinschaften kritisieren Stammzellbeschluss
„Noch befremdlicher“: EKD-Ratsvorsitzender stimmte Stichtagsverschiebung zu
G o m a r i n g e n (idea) – Scharfe Kritik am Bundestagsbeschlusss, die Forschung an
embryonalen Stammzellen zu erleichtern, haben theologisch konservative Protestanten geübt.
Das Parlament hatte am 11. April entschieden, den Stichtag im Stammzellgesetz auf den 1. Mai
2007 zu verschieben und damit den Import jüngerer embryonaler Zellen nach Deutschland für
die Forschung zu erlauben. Bisher durften nur embryonale Stammzellen - Menschen im
frühesten Stadium - importiert werden, die vor dem 1. Januar 2002 hergestellt wurden. Bei der
Forschung mit diesen Stammzellen werden Embryonen zerstört. Mit der Stichtagsverschiebung
habe der Gesetzgeber seine sittliche Pflicht, die Unantastbarkeit von Leben und Würde des
Menschen zu gewährleisten, sträflich missachtet, heißt es in einer Stellungnahme der
Vorsitzenden der Internationalen Konferenz Bekennender Gemeinschaften, den
Theologieprofessoren Peter Beyerhaus (Gomaringen bei Tübingen) und Horst W. Beck
(Baiersbronn bei Freudenstadt). Sie werfen CDU-Spitzenpolitikern, insbesondere
Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bildungsministerin Annette Schavan, vor, dem Druck einer
Lobby aus Politik und Wissenschaft nachgegeben zu haben. „Noch befremdlicher“ sei
allerdings, dass der EKD-Ratsvorsitzende, Bischof Wolfgang Huber (Berlin), schon im Vorfeld
der Bundestagsberatungen einer Stichtagsverlegung grundsätzlich zugestimmt habe. Dies sei
„im markanten Gegensatz zu dem einmütigen Votum der katholischen Bischöfe Deutschlands“
geschehen. Damit sei Huber vom Grundkonsens christlicher Ethik abgewichen, was zu Recht
als „schwerwiegende Belastung der Ökumene“ empfunden werde.
(23.04.2008/10:47)


DIJG Stellungnahme
Walter-Künneth-Preis für Märtyrerwitwe