Baptistenchef stellt sich vor Volker Beck

Freikirche verteidigt Schweigen zum Christival-Streit
Präsident Brandt: Kritik von Volker Beck hatte nicht den Hauch von Religionsunterdrückung

K a s s e l (idea) – Der Präsident des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (Baptisten- und Brüdergemeinden), Diakoniedirektor Emanuel Brandt (Hamburg), hat das Schweigen seiner Freikirche zu den Auseinandersetzungen im Vorfeld des Jugendkongresses Christival vom 30. April bis 4. Mai in Bremen verteidigt. Es entspreche nicht „unserem Stil, Diskussionen mit Andersdenkenden über die Printmedien zu führen“, sagte er auf der Bundesratstagung der Freikirche, die vom 22. bis 24. Mai in Kassel stattfindet. Vor allem Politiker der Parteien Bündnis 90/Die Grünen und „Die Linke“ hatten mehrere Seminare des Christivals scharf attackiert, etwa zur Abtreibung und therapeutischen Begleitung von Homosexuellen, die unter ihrer Orientierung leiden. Die Grünen-Fraktion richtete kritische Anfragen an die Bundesregierung, weil Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen (CDU) die Schirmherrschaft übernommen hatte und das Ministerium einen Zuschuss von 250.000 Euro gewährte. Dazu erklärte Brandt: „Wer in einem demokratischen Rechtsstaat diesen um Unterstützung durch Übernahme der Schirmherrschaft und Beteiligung an den Kosten ruft, darf sich nicht über die vom Staat dann eingeforderte Information und Kontrolle wundern.“ In der Aussprache stand dieser Punkt im Mittelpunkt. Einige Gemeindevertreter bedauerten, dass der Bund sich nicht eindeutig öffentlich hinter das Christival gestellt habe, andere begrüßten die Zurückhaltung. Auf Rückfrage meinte Brandt, dass die Kritik von Volker Beck am Christival „nicht den Hauch von Religionsunterdrückung“ habe erkennbar werden lassen. Für die segensreichen Impulse des Christivals sei man in der Freikirche dankbar.

Brandt: Wir sind keine Fundamentalisten
Brandt wandte sich ferner gegen die von ihm als „unselig“ empfundene Fundamentalismus-Debatte in Deutschland. Er sieht in ihr Folgewirkungen der Terrorattentate in den USA vom 11. September 2001: „Fundamentalismus ist immer Ausdruck von Angst und Verunsicherung.“ Christen könnten immun sein gegen jede Form des Fundamentalismus, da sie „keine Angst vor dem Tod haben müssen und nicht von Furcht vor der Zukunft zerfressen werden“. Die Angehörigen seiner Freikirche seien keine Fundamentalisten, sondern vielmehr „eine Bibelbewegung, die vom Glauben an Christus her das Wort Gottes als ihr Fundament verstehen“ wolle. Brandt zeigte sich davon überzeugt, dass trotz eines „verschärften Atheismus“, der in den Medien propagiert werde, die Sehnsucht nach einer tiefen Wahrheit und Lebenserfüllung in der Bevölkerung groß sei. Die freikirchlichen Gemeinden hätten eine besondere Chance, diese Sehnsucht zu stillen – durch das Evangelium wie auch durch ihre gemeinschaftsstiftenden Angebote.




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