Altbischof Wilkens und KSBB: Gorski nicht wählen

Altbischof Wilckens: Bischofskandidat Gorski nicht wählen
Der Propst hat sich „vom Kern der christlichen Botschaft verabschiedet“
L ü b e c k / S c h l e s w i g (idea) – Die Kontroverse um die Wahl eines Nachfolgers für den
Schleswiger Bischof Hans Christian Knuth verschärft sich. Nach der Kirchlichen Sammlung um
Bibel und Bekenntnis in der nordelbischen Kirche hat jetzt auch der Lübecker Altbischof Ulrich
Wilckens die Synode aufgerufen, einen der beiden Kandidaten, Propst Horst Gorski (Hamburg),
nicht zu wählen. Entscheidender Grund sei, dass sich Gorski in seiner Karfreitagspredigt 2006
von der zentralen Aussage des Evangeliums öffentlich verabschiedet habe, dass „Christus für
unsere Sünden gestorben ist“ (1. Korintherbrief 15, 1-5). Der Propst hatte erklärt: „Der Tod Jesu
war nicht notwendig, damit Gott sich mit uns versöhnt und uns vergibt. Die Behauptung einer
solchen Notwendigkeit ist eines der größten Missverständnisse der christlichen Geschichte.“
Versöhnung könne „auch einfach aus Liebe und in einem Akt der Zuwendung geschehen“.
Nur Gott kann Sünden vergeben
Dem widerspricht Wilckens energisch. Dass diese Behauptung Gorskis „schon unter uns
Menschen nicht stimmt, wird am ernstesten im Blick auf die Schuld an der Ermordung von
sechs Millionen Juden offensichtlich“. Diese Schuld sei eben nicht durch „einen Akt der
Zuwendung wieder gut zu machen“. Jedes Unrecht, das Menschen angetan werde, werde Gott
angetan. Nur Gott also könne Sünde vergeben. Wilckens: „Dass Gott seinen gerechten Zorn
gegen die Sünde nicht an den Sündern vollstreckt, sondern stellvertretend für sie an seinem
eigenen Sohn, in dessen Leiden und Sterben Gottes unendliche Liebe uns Sünder durch einen
äußersten Akt der Selbsthingabe von unserer Schuld befreit hat, – das ist das tiefste
Geheimnis, das es inmitten der schuldbeladenen Menschheit gerade auch unserer Gegenwart
gibt.“ Die Wirklichkeit dieses Geheimnisses sei für alle Menschen so notwendig wie nichts
anderes. Davon habe sich Gorski in seiner Karfreitagspredigt 2006 „leichthin verabschiedet“.
Ein Jahr später habe er als Vorsitzender des Theologischen Beirats der nordelbischen Kirche in
einem Interview seine Kritik an der „Sühnechristologie“ noch einmal öffentlich wiederholt (Die
Nordelbische, Ausgabe 18/2007). Die Schlussfolgerung von Wilckens: „Ein ordinierter Pastor in
kirchenleitender Stellung, der sich so eindeutig und so ehrlich vom Kern des biblischen
Evangeliums und vom Zentrum des Bekenntnisses seiner Kirche verabschiedet, darf nicht in
das höchste kirchenleitende Amt eines Bischofs gewählt werden.“ Der 79-jährige Wilckens war
von 1981 bis 1991 Bischof des Sprengels Holstein-Lübeck.
Kirchliche Sammlung: Gorski wäre Belastung
Zuvor hatte auch die theologisch konservative Kirchliche Sammlung um Bibel und Bekenntnis
unter Vorsitz von Pastor Ulrich Rüß (Hamburg) vor einer Wahl Gorskis gewarnt, weil er die
Botschaft vom gekreuzigten Christus, wie sie in der Bibel und dem reformatorischen Bekenntnis
bezeugt sei, nicht nachvollziehen könne. Gorski würde laut der Sammlung viele bibel- und
bekenntnistreue Christen geistlich heimatlos machen und wäre eine Belastung für die
Ökumene. Hinzu komme, dass Gorski der Gründer einer Interessenvertretung für homosexuelle
Pastorinnen und Pastoren sei. Nach der Heiligen Schrift widerspreche gelebte Homosexualität
dem Willen Gottes. Der Nachfolger von Bischof Hans Christian Knuth (67), der zum 1. Oktober
in den Ruhestand tritt, wird am 12. Juli in Schleswig gewählt. Als zweiten Kandidaten neben
Gorski nominierte der Bischofswahlausschuss Propst Gerhard Ulrich (Kappeln).
(30.05.2008/11:56)


Prof. Rohrmoser heimgegangen
Kein schwuler "Bischof"