Agent tarnt sich als Pastor

Türkischer Militäragent tarnt sich als Pastor
Ilker Cinar gab sich als Missionar aus und machte Front gegen die Christen
M ü n c h e n / A n k a r a (idea) – Das türkische Militär hat jahrelang einen Agenten bezahlt, der
sich in christliche Kreise eingeschlichen hat, um anschließend die Bevölkerung gegen das
Christentum aufzustacheln. Das berichtet die Süddeutsche Zeitung (München) unter Berufung
auf türkische Zeitungen. Ilker Cinar sei mehr als ein Jahrzehnt Pastor gewesen und habe es im
Amtsbezirk Tarsus seiner Kirche bis zum Superintendenten gebracht. Im Februar 2005 gab er
in einer Sendung des Senders Flash-TV bekannt, dass er „Gott sei Dank wieder Muslim“ sei. Er
warf christlichen Missionaren vor, die Türkei spalten und Kurdistan gründen zu wollen. Cinar
verfasste ein Buch unter dem Titel „Der Code ist entschlüsselt – Ein ehemaliger Missionar
berichtet“. Darin behauptet er, dass Tausende versteckte Hauskirchen heimlich an der
Unterwanderung der Türkei arbeiteten. Den Missionaren stünden umgerechnet 47 Milliarden
Euro zur Verfügung. Cinar warnte auf zahlreichen Konferenzen vor den Christen. Die
islamistisch-nationalistische Szene in der Türkei berief sich auf ihn als Kronzeugen für eine
angebliche Verschwörung des Weltchristentums und schürte den Hass gegen die christliche
Minderheit. Die Saat ging auf: So wurde im Januar 2006 der katholische Priester Andrea
Santoro in Trabzon erstochen. Im April 2007 folterten und ermordeten islamistische
Nationalisten in einem christlichen Verlag im osttürkischen Malatya den Deutschen Tilmann
Geske sowie die Türken Necati Aydin und Ugur Yuksel. Jetzt enthüllte die Zeitung Bugün, dass
der Ex-Pastor seit 1992 auf der Gehaltsliste des türkischen Militärs stand.


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