Lutherisch und konservativ: Sozialphilosoph Rohrmoser ist tot
Seit 1982 forderte er eine geistige Wende in Deutschland S t u t t g a r t (idea) – Einer der profiliertesten lutherisch-konservativen Wissenschaftler, der Sozialphilosoph Prof. Günter Rohrmoser (Stuttgart), ist am 15. September im Alter von 80 Jahre in Stuttgart gestorben. Der gebürtige Westfale war von 1976 bis 1996 Ordinarius für Sozialphilosophie an der Universität Stuttgart-Hohenheim. Bereits 1982 forderte er eine geistige Wende in Deutschland, deren Ausbleiben ihn zu einem scharfen Kritiker der CDU machte. Wiederholt kritisierte er die staatliche Familienpolitik. Eine der reichsten Gesellschaften der Welt verzichte zunehmend auf Nachwuchs und arbeite so an seiner „biologischen Selbstabschaffung“. Ein Volk müsse aber nicht nur Interesse an seiner biologischen, sondern auch an seiner kulturellen Reproduktion haben. „Das Schicksal der Kultur hängt davon ab, ob es eine Institution gibt, die das erreichte kulturelle Niveau halten kann und nicht abbricht“, sagte der Philosoph bei einer Tagung des konservativen Vereins „Die Wende“. Diese Organisation verbreitete rund 150.000 theologische und philosophische Schriften Rohrmosers. Vor zehn Jahren erhielt er von Bundespräsident Roman Herzog das Bundesverdienstkreuz am Bande. (16.09.2008/14:37)