Judenmission - Protest zeigt Wirkung

M ü n c h e n (idea) – Die bayerische Landeskirche will ihre umstrittene Erklärung zum christlich-jüdischen Verhältnis bei der Synodentagung vom 29. März bis 2. April in Bad Windsheim (Mittelfranken) erläutern. Das kündigten Landesbischof Johannes Friedrich (München) und Synodalpräsidentin Dorothea Deneke-Stoll (Ingolstadt) als Reaktion auf eine Protestaktion an.

Darin haben bisher mehr als 170 Pfarrer, Theologieprofessoren und Kirchenmitglieder Unverständnis für die im November in Straubing beschlossene Erklärung geäußert. Ihre Kritik richtet sich sowohl gegen die Aussage, Aktivitäten mit dem Ziel einer Bekehrung von Juden zum Christentum seien „undenkbar“, als auch gegen eine unklare Formulierung, die als Infragestellung des Bekenntnisses zum Dreieinigen Gott (Vater, Sohn und Heiliger Geist) verstanden werden könne. Aus der Erklärung könne man schließen, dass Pfarrer künftig jüdische Taufbewerber abweisen sollen, so die Kritiker.

Kein Taufbewerber wird abgewiesen
Dazu schreiben Friedrich und Deneke-Stoll in einem Brief an den Initiator der Aktion, Pfarrer Martin Fromm (Rüdenhausen bei Schweinfurt), der umfassende Missionsauftrag der Kirche stehe außer Zweifel. Über dessen Gestalt müsse jedoch nachgedacht werden. Das bedeute aber nicht, ein begründetes Taufbegehren abzuweisen. In dem Straubinger Papier werde das Bekenntnis zur Dreieinigkeit nicht zur Diskussion gestellt, sondern daran erinnert, dass Juden und Christen trotz offensichtlicher Unterschiede im Gottesverständnis eine gemeinsame biblische Wurzel hätten. Laut Friedrich und Deneke-Stoll wird sich die Synode „noch einmal klarstellend mit der Thematik befassen“.

Kritiker: Protest zeigt Wirkung
Gegenüber idea sagte Fromm, dass die immer noch steigende Zahl der Unterzeichner bei den kirchenleitenden Organen offensichtlich nicht wirkungslos geblieben sei. Er begrüßte das Bemühen, missverständliche Äußerungen klarzustellen, und äußerte sich dankbar, dass das theologische Anliegen der Stellungnahme aufgenommen wurde. Die Kirchliche Sammlung um Bibel und Bekenntnis in Bayern (KSBB), die die Aktion unterstützt hatte, zeigte sich „verhalten erfreut“. Man sei gespannt, wie die Schwächen der Straubinger Erklärung korrigiert würden, sagte der Vorsitzende, Andreas Späth (Ansbach), gegenüber idea. Er sei überzeugt, dass der Bischof daran festhalte, dass niemand an Jesus Christus vorbei zu Gott finde.


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