Weihbischof warnt vor Welle des Bösen

Weihbischof warnt vor „Angriffswelle des Bösen“
Ökumenischer Bekenntniskongress nach viertägiger Dauer beendet
Bad Gandersheim (idea) – Zur Wachsamkeit der Christen angesichts bedrohlicher
Entwicklungen hat der katholische Salzburger Weihbischof Andreas Laun aufgerufen. Die
gegenwärtige „Angriffswelle des Bösen“ richte sich vor allem gegen die Schöpfungsordnung
Gottes. Beispiele dafür seien die Homosexualitäts-Bewegung und die Ideologie des Gender
Mainstreaming, sagte Laun in einem Gottesdienst zum Abschluss des Dritten Ökumenischen
Bekenntniskongress am 11. Oktober in Bad Gandersheim. Veranstalter war die Internationale
Konferenz Bekennender Gemeinschaften. Der viertägige Kongress stand unter dem Thema
„Die eine Kirche Jesu Christi in Erwartung Seiner Wiederkunft“. Daran nahmen rund 100
Vertreter einer „christozentrisch trinitarischen Bekenntnis-Ökumene“ teil, darunter Anglikaner,
Lutheraner, Katholiken und Orthodoxe. Laun warnte ferner vor einem zunehmenden staatlichen
Einfluss auf die Kindererziehung, etwa durch Kindergärten und den Sexualkundeunterricht. Hier
erliege der Staat der Versuchung der Kompetenzüberschreitung und wolle die Kinder „in die
Hand kriegen, um sie nach seinem Bild zu formen“. Im Blick auf Antidiskriminierungsgesetze
sagte der Weihbischof, hier bahne sich möglicherweise „die nächste physische Verfolgung“ an.
Allerdings enthalte das Neue Testament die Zusage, dass „die Mächte der Unterwelt“ die Kirche
Jesu Christi nicht überwältigen können. Laun rief die Christen auf, standhaft im Glauben zu
bleiben, unaufhörlich zu beten und wachsam zu beobachten, „wo die Kolonnen der Mächte der
Unterwelt sich im Angriff befinden“. Als eine „typische Versuchung der Bischöfe“ bezeichnete er
das Schweigen zu bedrohlichen Entwicklungen.

Gottlosigkeit auch in der Kirche
Der Theologische Referent im Bischöflichen Ordinariat Augsburg, Peter Christoph Düren,
vertrat in einem Vortrag die Ansicht, dass Gottlosigkeit auch in die Kirche eingedrungen sei. Als
Beispiele nannte er die Vernachlässigung des geistlichen Lebens unter Christen und den
Verlust des Gespürs für die Heiligkeit Gottes. Düren: „Wer glaubt noch daran, dass er für sein
Leben nach dem Tod Rechenschaft ablegen muss?“ Der Theologe rief dazu auf, den
dreifaltigen Gott an die erste Stelle im Leben zu setzen. Dies sei die erste Anforderung an
Christen in einer Welt, in der Atheisten wie der Oxforder Evolutionsbiologe Prof. Richard
Dawkins – Autor des Buchs „Der Gotteswahn“ – den „Gottesglauben zur psychischen Krankheit
und Gottlosigkeit zur Tugend“ erklärten. Laut Düren müssen Christen mit Widerstand und
Verfolgung rechnen. Im Extremfall seien sie verpflichtet, „für den Glauben an Gott das
Martyrium auf sich zu nehmen“.
Gräueltaten an Christen
Vertreter orthodoxer Kirchen berichteten auf dem Treffen unter anderem über die
Christenverfolgung in der islamischen Welt. Der Bischof der koptisch-orthodoxen Kirche in
Deutschland, Anba Damian (Höxter/Westfalen), sagte, er werde täglich mit E-Mails aus Ägypten
überschwemmt, in denen es um Entführungen und Vergewaltigungen christlicher Frauen und
Morde an Kopten gehe. Außerdem komme es immer wieder vor, dass Kirchen angezündet
werden. Die Verantwortlichen würden nie gefasst, weil Polizisten die Augen schlössen oder die
Täter unterstützten. „Die Koptische Kirche ist eine Märtyrerkirche“, sagte der Bischof. In ihrer
Geschichte seien rund zwei Millionen Mitglieder um ihres Glaubens willen getötet worden. Die
für irakische Flüchtlinge engagierte syrisch-orthodoxe Schwester Hatune berichtete, dass es im
Irak zu regelrechten Schlachtungen von Christen komme. Ihnen würden die Kehlen
durchgeschnitten. Das Blut werde an Muslime verkauft, die glaubten, einmal in das Paradies zu
kommen, wenn sie sich damit die Hände waschen. Hatune zeigte ein Video, in dem einem
Mann der Kopf abgeschnitten wurde. (12.10.2009/14:59)


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