Lettischer Erzbischof bei IKBG

Lettland: Wirtschaftskrise macht Lutheranern zu schaffen
Pastorengehälter gekürzt – Erzbischof: Liberalismus kein Thema
Bad Gandersheim (idea) – Die Evangelisch-Lutherische Kirche Lettlands leidet unter den
Auswirkungen der internationalen Wirtschaftskrise. Die Spenden der Mitglieder seien deutlich
aufgrund von gestiegener Arbeitslosigkeit und Gehaltskürzungen zurückgegangen, berichtete
Erzbischof Janis Vanags (Riga), auf dem Dritten Ökumenischen Bekenntniskongress am 9.
Oktober in Bad Gandersheim. In Lettland gibt es kein Kirchensteuersystem. Aufgrund der
Mindereinnahmen habe man die Pastorengehälter senken müssen, sagte Vanags gegenüber
idea. Dagegen mache der theologische und ethische Liberalismus – er ist in vielen
westeuropäischen Kirchen stark ausgeprägt – der lettischen Kirche keine Probleme. Der
Erzbischof führt dies auch darauf zurück, dass die Kirche seit Ende der neunziger Jahre den
Theologennachwuchs an einer eigenen Akademie ausbildet und damit die Inhalte selbst
bestimmen kann. Zuvor war die Ausbildung an der Theologischen Fakultät der Universität Riga
erfolgt. Den dortigen Absolventen habe jedoch Wissen über lutherische Theologie und die
Bekenntnisschriften gefehlt, so Vanags. Die lettischen Lutheraner gehören zu den Kirchen, die
die Frauenordination aus biblischen Gründen ablehnen.

Keine Aufwertung von Homo-Partnerschaften
Wie der Erzbischof weiter sagte, haben die Kirchen in Lettland entscheidend dazu beigetragen,
dass es nicht zu einer rechtlichen Aufwertung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften
gekommen sei. In der Verfassung heiße es, dass die Ehe ein Bund von Mann und Frau ist. Die
Evangelisch-Lutherische Kirche Lettlands hat laut Vanags rund 650.000 Mitglieder. Davon seien
etwa zehn Prozent in einer der knapp 300 Gemeinden aktiv. Die Zahl der Pfarrer liege bei 140.
(10.10.2009/14:53)


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