Kirchliche Verkündigung blendet Wiederkunft Jesu a

Kirchliche Verkündigung blendet Wiederkunft Jesu aus
Ökumenischer Bekenntniskongress: Biblische Zukunftsschau nicht vernachlässigen
Bad Gandersheim (idea) – Die in der Bibel verheißene Wiederkunft Jesu Christi spielt in
evangelischen und katholischen Gottesdiensten so gut wie keine Rolle. Das beklagt der
Präsident der Internationalen Konferenz Bekennender Gemeinschaften, der
Missionswissenschaftler Prof. Peter Beyerhaus (Gomaringen bei Tübingen). „Nur selten hören
wir eine Predigt, welche die Gemeinde dazu ermutigt, sich von Herzen auf die Wiederkunft ihres
Herrn und die ewige Vereinigung mit ihm zu freuen“, sagte der 80-Jährige am 8. Oktober zum
Auftakt des Dritten Ökumenischen Bekenntniskongresses in Bad Gandersheim bei Göttingen.
Auch mit dem Erscheinen des Antichristen, das der Wiederkunft Jesu vorausgeht, werde nicht
gerechnet, weil viele Prediger ihn für einen Mythos hielten. „Die Lehre von den letzten Dingen
ist weitgehend einer optimistischen Weltveränderungs-Ideologie gewichen“, so Beyerhaus.
Zwar habe die von den Kirchen wiederentdeckte sozial-politische Mitverantwortung „ihr gutes
biblisches Recht“. Auch verdienten die von christlichen Werken und Christen geleisteten
Einsätze für die Armen und Entrechteten volle Anerkennung: „Wenn aber darüber die Kirchen
ihre Aufgabe vernachlässigen, ihren Gliedern die biblische Zukunftsschau deutlich vor Augen zu
stellen, dann versagen sie in ihrem Hirtenamt.“ Sie machten sich an der sich ausbreitenden
geistlichen Sorglosigkeit und Gleichgültigkeit mitschuldig.
Papst „steht hinter uns“
Der Kongress im Diakonissen-Mutterhaus Salem-Lichtenrade steht unter dem Thema „Die eine
Kirche Christi in Erwartung Seiner Wiederkunft“. Daran nehmen knapp 100 Repräsentanten
verschiedener Konfessionen aus zwölf Ländern teil, darunter Anglikaner, Lutheraner,
Reformierte, Katholiken, Syrisch-Orthodoxe und Koptisch-Orthodoxe. Sie eint das Eintreten für
eine „christozentrisch-trinitarische Bekenntnis-Ökumene“ und das Ziel, „das unverfälschte
Evangelium von Jesus Christus“ zu bezeugen. Beyerhaus hatte im Vorfeld während einer
Privataudienz bei Papst Benedikt XVI. die Gelegenheit, die Anliegen des Kongresses zu erläutern. Der Papst halte diese Bekenntnis-Ökumene für sehr bedeutsam. „Er steht hinter uns,
wie er mir versicherte“, sagte Beyerhaus. Nach dessen Worten beziehen die Vertreter der
christozentrischen Bekenntnis-Ökumene auch in ethischen Fragen gemeinsam Position. So
stünden sie ein „für die Heiligkeit der göttlichen Schöpfungsordnung von Ehe und Familie“.
Damit verbunden sei „ein konsequentes Nein zu praktizierter Homosexualität und alternativen
Partnerschaften – ungeachtet aller Wutschreie ihrer feministischen und gender-ideologischen
Verfechter“.
Anglikaner: Kirche hat sich der Welt angepasst
Der anglikanische Bischof John C. Broadhurst (London) warnte in einem Grußwort vor einer
Anpassung der Kirche an die Welt. Beispiele dafür seien in der anglikanischen Kirche seien die
Frauenordination und die Trauung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften. Beides habe sich als
spaltend erwiesen. Broadhurst rief bibeltreue Christen auf, über konfessionelle Grenzen hinweg
zu kooperieren: „Wir müssen zusammenarbeiten im Eintreten für die Wahrheit des
Evangeliums.“ Grüße überbrachte auch der Bischof der syrisch-orthodoxen Kirche in
Deutschland, Julius Hanna Aydin (Warburg). Begonnen hatte der Kongress mit einem
Abendmahlsgottesdienst, in dem der lettische lutherische Erzbischof Janis Vanags (Riga)
predigte. Zu den Referenten gehören auch der nordelbische Altbischof Ulrich Wilckens (Lübeck)
und der katholische Weihbischof Andreas Laun (Salzburg).
(09.10.2009/11:17)


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