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Konferenz Bekennender Gemeinschaften widerspricht Käßmann Evangelische Christen können Bundeswehreinsatz in Afghanistan bejahen Hamburg/München (idea) – Auf Widerspruch in theologisch konservativen Kreisen sind Äußerungen der EKD-Ratsvorsitzenden, Bischöfin Margot Käßmann (Hannover), zum Bundeswehr-Einsatz in Afghanistan gestoßen. Sie hatte sich dafür ausgesprochen, dem dortigen Konflikt vorrangig mit zivilen Mitteln zu begegnen. Waffen schafften „offensichtlich auch keinen Frieden“, sagte sie in ihrer Neujahrspredigt. Zuvor hatte sie erklärt: „Auch nach den weitesten Maßstäben der Evangelischen Kirche in Deutschland ist dieser Krieg so nicht zu rechtfertigen.“ Angesichts von massiver Kritik aus der Politik an ihren Äußerungen stellte die Bischöfin inzwischen klar, dass sie nie den sofortigen Abzug der deutschen Soldaten aus Afghanistan gefordert habe. Nach Ansicht der Konferenz Bekennender Gemeinschaften in den evangelischen Kirchen Deutschlands können evangelische Christen den Einsatz der Bundeswehr bejahen. „Afghanistan macht deutlich, dass der Schutz des Lebens und der Einsatz für den Frieden auch ein militärisches Engagement nicht ausschließt“, erklärte der Vorsitzende der Konferenz, Pastor Ulrich Rüß (Hamburg). Mit Brunnenbau und verbesserter Infrastruktur sei der Herausforderung durch den islamischen Terrorismus nicht hinreichend zu begegnen. Dieser Terrorismus bedrohe die Welt, fordere „unendlich viel Menschenleben“ und missachte die Menschenrechte, insbesondere die Rechte der Frauen. Politische Meinung nicht religiös überhöhen Angesichts der Äußerungen der Ratsvorsitzenden nannte es Rüß nie gut, eine politische Ermessensfrage zum Dogma zu erheben: „Wenn Repräsentanten der Kirche ihre politische Privatmeinung theologisch-religiös überhöhen und verabsolutieren, ist das für viele Christen schlichtweg nicht hinnehmbar und ärgerlich.“ Der Theologe fragt ferner, für wen Bischöfin Käßmann spreche. Sie habe kein Mandat, für „die evangelischen Christen in Deutschland insgesamt zu sprechen“, da die EKD keine Kirche sei, sondern lediglich ein Dachverband verschiedener Landeskirchen: „Als Bischofs- bzw. Bischöfinnenstimme ist sie eine unter vielen.“ Kirche soll sich gegen Abtreibung einsetzen Rüß sieht die Kirche vielmehr auf einem anderen Gebiet ethisch gefordert: „Was nach den weitesten Maßstäben der Evangelischen Kirche nicht zu rechtfertigen ist, ist die tausendfache Tötung von Ungeborenen bei der gegenwärtigen Abtreibungspraxis.“ Daran seien auch kirchliche Beratungsstellen beteiligt, weil sie Beratungsscheine ausstellen. Nur mit einem solchen Nachweis ist eine Abtreibung straffrei. Rüß: „Hier wäre für Bischöfin Käßmann in ihrer Verantwortung als EKD-Ratsvorsitzende ein notwendiger Einsatz zum Schutz menschlichen Lebens von elementarer Bedeutung.“ VELKD und KEP verteidigen Käßmann Dagegen verteidigte der Leitende Bischof der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche (VELKD), Landesbischof Johannes Friedrich (München), Käßmanns Äußerungen. Die Ratsvorsitzende habe mit Recht darauf hingewiesen, dass der Afghanistan-Einsatz nach Kriterien der gewaltlosen Konfliktregelung bedacht werden sollte, sagte er am 7. Januar im Münchner Presseclub. Insbesondere durch Ausgaben für Bildung und Soziales könnte man den Terrorismus auf Dauer vielleicht wirksamer bekämpfen, so Friedrich. Der Christliche Medienverbund KEP (Konferenz Evangelikaler Publizisten) nahm die Ratsvorsitzende gegen Kritik von Kommentatoren in Schutz, die ihr Naivität vorwarfen. Der Redaktionsleiter des von der KEP herausgegebenen Magazins „pro“, Andreas Dippel (Wetzlar), schrieb, auch namhafte Politiker hätten gefordert, über neue Strategien im Anti-Terror-Kampf nachzudenken: „Dass das eine Bischöfin nicht tun darf, war bis dato neu.“ (08.01.2010/14:23)
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