Unstimmigkeiten zwischen „Rom“ und EKD

Unstimmigkeiten zwischen „Rom“ und EKD
Kardinal Kasper kritisiert Äußerungen von Bischöfin Käßmann
Hannover/Rom (idea) – Zu Unstimmigkeiten ist es zwischen der römisch-katholischen Kirche
und der EKD gekommen. Auslöser sind Äußerungen der EKD-Ratsvorsitzenden,
Landesbischöfin Margot Käßmann (Hannover). Sie hatte am 17. Januar bei der Veranstaltung
„Gregor Gysi trifft Zeitgenossen“ gesagt, sie erwarte von Papst Benedikt XVI. in der Ökumene
„nichts“: „Wenn etwas zu erwarten gewesen wäre, hätte sich das bis jetzt gezeigt.“ Der
Präsident des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen, Walter Kardinal
Kasper, nannte die Äußerungen der EKD-Ratsvorsitzenden „unfair“ und „zutiefst
unökumenisch“. Er sei bisher der Meinung gewesen, „dass solche pauschalen gegenseitigen
Aburteilungen endgültig der Vergangenheit angehören“, sagte der Kurienkardinal der deutschen
Abteilung von Radio Vatikan. Er fühle sich „getäuscht“ und sei „enttäuscht“. Nach Ansicht des
Kardinals gibt es derzeit keinen anderen Kirchenführer, der sich so nachdrücklich für die Einheit
der Christen einsetze wie Papst Benedikt XVI.: „Für ihn ist das keine beliebige Option; sie ist
ihm Pflicht und Herzensanliegen.“

Käßmann: Ich will keinen Streit
Die EKD-Ratsvorsitzende versucht unterdessen, die Wogen zu glätten. Sie wolle sich „mit der
katholischen Kirche überhaupt nicht streiten“. Beide Seiten verbinde mehr „als uns trennt“. Man
habe ökumenisch viel erreicht und in den Gemeinden gebe es „sehr viel lebendige Ökumene“.
Theologisch seien die Kirchen allerdings an einem Punkt angelangt, an dem sie beim Amtsund
Kirchenverständnis und der Abendmahlspraxis derzeit „keine Durchbrüche“ erwarte, sagte
Käßmann gegenüber Radio Vatikan.


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