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Slenczka: „Abfall von den Grundlagen christlicher |
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Scharfe Kritik an evangelischen Kirchen des Westens Slenczka: „Abfall von den Grundlagen christlicher Gemeinschaft“
Erlangen (idea) – Einen „Abfall von den Grundlagen christlicher Gemeinschaft“ wirft der lutherische Theologieprofessor Reinhard Slenczka (Erlangen) den Leitungsgremien von protestantischen Kirchen in Europa und Nordamerika vor. Mit zahlreichen Erklärungen und Resolutionen schadeten sie der Einheit der Christenheit, schreibt er in einem Sonderdruck der konservativen Bekenntnisbewegung „Kein anderes Evangelium“. Als Beispiele für umstrittene Beschlüsse nennt er die Einführung der Frauenordination und die Segnung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften. Viele Veröffentlichungen hätten keine biblische Begründung oder stünden in offenem Widerspruch zur Heiligen Schrift. Theologen, die dagegen unter Berufung auf die Bibel und kirchliche Bekenntnisschriften protestierten, würden als fundamentalistisch und unwissenschaftlich disqualifiziert und diffamiert oder durch Androhung oder Durchführung von Ordinationsverweigerung beziehungsweise Amtsenthebung diszipliniert. Mahnende Stimmen aus russischen, baltischen und afrikanischen Kirchen würden im Westen kaum verbreitet und schon gar nicht ernst genommen. Stattdessen werde mit materiellem Druck versucht, kritische Kirchen zur Einführung der Frauenordination oder zur Anerkennung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften zu veranlassen. So seien der Theologischen Hochschule in der lettischen Hauptstadt Riga, der Luther-Akademie, Ende der neunziger Jahre aufgrund von Eingriffen aus Deutschland bereits bewilligte Mittel wieder gestrichen worden. Slenczka war nach seiner Emeritierung 1998 bis 2005 Rektor der Ausbildungsstätte, die nur Männer für den Pfarrberuf vorbereitet. Seit 1995 gibt es in der Evangelisch-Lutherischen Kirche Lettlands keine Frauenordination. Die Luther-Akademie bildet aber Religionslehrerinnen, Diakoninnen und Kirchenmusikerinnen aus.
Wenig Verständnis für geistliche Erfahrungen Laut Slenczka beklagen mehrere Dokumente von lutherischen Kirchen in Estland, Lettland, Litauen und aus Kenia sowie von der Russisch-Orthodoxen Kirche, „dass protestantische Kirchen ständig den Konsens christlicher Gemeinschaft in den Grundlagen von Glauben, Lehre und Leben eklatant durchbrechen“. Dies spiegele unterschiedliche gesellschaftliche Entwicklungen wider. In Osteuropa hätten die Kirchen durch Jahrzehnte hindurch die Verfolgung durch die Staatsideologie eines militanten Atheismus durchgestanden, und in Afrika müssten Kirchen mit schwierigen wirtschaftlichen und politischen Verhältnissen kämpfen. Für die dabei gemachten geistlichen Erfahrungen habe man in den europäischen und amerikanischen Überflussgesellschaften jedoch wenig Verständnis. Hier würden vielmehr Kriterien wie Zeitgemäßheit, Ruf der Stunde und Stimme des Volkes gelten.
Was Orthodoxe stört Ausführlich geht Slenczka auf die jüngste Kontroverse zwischen der Russisch-Orthodoxen Kirche und der EKD nach der Wahl der hannoverschen Landesbischöfin Margot Käßmann (Hannover) zur EKD-Ratsvorsitzenden ein. Nach der Entscheidung der EKD-Synode im Oktober letzten Jahres hatte der Präsident des kirchlichen Außenamtes des Moskauer Patriarchats, Erzbischof Ilarion von Volokalamsk, seine Teilnahme an den Veranstaltungen zum 50-jährigen Jubiläum der theologischen Gespräche zwischen EKD und Orthodoxer Kirche abgesagt. Der Grund – so Slenczka - sei nicht die unterschiedliche Haltung zur Frauenordination, da die orthodoxe Kirche, die keine Priesterinnen zulässt, Käßmanns Wahl als innerdeutsche Angelegenheit betrachte. Nach Ansicht der Orthodoxen habe die EKD aber „in dramatischer Weise bestehende Unterschiede zwischen den Traditionen vertieft“. Diese bezögen sich nicht nur auf die Wahl einer Frau zum Kirchenoberhaupt, sondern seien grundsätzlich: „Wir in der Russisch-Orthodoxen Kirche sind höchst beunruhigt über die ständig zunehmenden säkularen Einflüsse auf die Entwicklung von Theologie und kirchlichem Leben in den protestantischen Gemeinden. Die Liberalisierung sittlicher Normen und die Abwendung von den apostolischen Regeln für die Kirchenordnung veranlassen uns, im Geist christlicher Liebe unseren Brüdern und Schwestern ein Zeugnis für die authentische christliche Tradition zu geben.“ Slenczka zufolge hat die Auseinandersetzung zwischen Ost und West bereits die Form eines Kirchenkampfes angenommen. (14.02.2010/12:12)
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