Künneth-Preis 2010 für Bischof Obare

Walter-Künneth-Preis für kenianischen Erzbischof Obare
Bayern: Kirchliche Sammlung würdigt seine Treue zu Bibel und Bekenntnis
Nürnberg (idea) – Der Erzbischof der Evangelisch-lutherischen Kirche von Kenia, Walter E.
Obare Omwanza (Nairobi), hat den Walter-Künneth-Preis erhalten. Damit wird sein weltweiter
Einsatz für die bleibende Gültigkeit der Bibel als Gottes Wort und der kirchlichen
Bekenntnisschriften gewürdigt. Mit dieser Ehrung drücke die Kirchliche Sammlung um Bibel und
Bekenntnis (KSBB) in Bayern die Verbundenheit europäischer Christen mit den wachsenden
und bibeltreuen Kirchen in Afrika aus, sagte der Vorsitzende, Andreas Späth (Ansbach), bei der
Übergabe der Medaille am 14. März in Nürnberg. Wie der Namensgeber des Preises, Prof.
Walter Künneth (1901-1997), bewahre auch Obare „Treue zur Heiligen Schrift in den
Auseinandersetzungen mit Vertretern einer vermeintlich modernen Theologie, welche die
Autorität der Bibel und des christlichen Bekenntnisses zu untergraben sucht“, so Späth.
Mehrere Redner aus Deutschland und Skandinavien würdigten insbesondere, dass Obare vor
fünf Jahren den schwedischen Pfarrer Anne Olson zum Bischof einer „Missionsprovinz“
innerhalb der lutherischen schwedischen Volkskirche weihte. Zu ihr gehören Pfarrer, die wegen
ihrer Ablehnung der Frauenordination keine kirchliche Anstellung bekommen. Als Reaktion auf
die „Einmischung in Angelegenheiten außerhalb seines Zuständigkeitsbereichs“ entzog der
Lutherische Weltbund Obare die Beauftragung als Theologischer Berater.

Wer wirklich ungeistlich handelt
Bei der Preisverleihung wies der Laudator, Pfarrer Wolfhart Schlichting (Augsburg), diesen
Vorwurf zurück. Nicht Obare, der an den lutherischen Bekenntnisschriften festhalte, mische sich
in fremde Angelegenheiten ein - ungeistlich handelten vielmehr die liberalen lutherischen
Kirchen Europas und Nordamerikas, indem sie mit finanziellem Druck versuchten, ihre
bibelkritischen Ideen weltweit durchzusetzen. Die Frauenordination sei ebenso wie die Segnung
gleichgeschlechtlicher Partnerschaften und die Bischofsweihe von praktizierenden
Homosexuellen ein Bruch mit der 1.900-jährigen christlichen Tradition und ein Verstoß gegen
das Gebet Jesu Christi um Einheit unter seinen Nachfolgern. Es müsse sehr nachdenklich
stimmen, dass gerade in Afrika muslimische Missionare auf Erscheinungen wie kirchliche
„Homo-Segnung“ im Westen verwiesen, um das Christentum zu diskreditieren, erklärte
Schlichting.

Lob von der russisch-orthodoxen Kirche
In einem schriftlichen Grußwort lobte ein Mitarbeiter des Außenamts der russisch-orthodoxen
Kirche, Pfarrer Alexander Vasyutin (Moskau), Obares Bemühen, seine europäischen
Geschwister an ihre christlichen Wurzeln zu erinnern. Die Werte des Christentums seien von
seinem Glauben und Inhalt unablösbar. Im Namen der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen
Kirche (SELK) dankte der Leiter des lutherischen Besucherzentrums in Wittenberg, Pastor
Wilhelm Torgerson, für die Gemeinschaft der bekenntnistreuen Bewegungen innerhalb des
Weltluthertums. Frühere Träger des Künneth-Preises, der zum sechsten Mal verliehen wurde,
sind Bundesminister a.D. Hans Apel (SPD/Hamburg), Pfarrer Theo Lehmann (Chemnitz) und
Susanne Geske (Malatya/Osttürkei), deren Mann 2007 in der Türkei ermordet worden war. Im
vorigen Jahr wurden fünf Hebammen geehrt, die sich für den Schutz ungeborener Kinder
einsetzen. (15.03.2010/16:42)


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