Bundesjustizministerin soll Humanistische Union ve

Bundesjustizministerin soll Humanistische Union verlassen
Vorwurf: Die Organisation hat Abgrenzungsproblem zu pädophilen Einstellungen
Stuttgart (idea) – Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) soll
umgehend aus der Humanistischen Union austreten oder ihr Amt aufgeben. Das fordern
theologisch konservative Protestanten und Katholiken in Bayern. Die Politikerin, die auch FDPLandesvorsitzende
im Freistaat ist, gehört dem Beirat der atheistisch geprägten
Humanistischen Union an. Diese Organisation habe ein massives Abgrenzungsproblem zu
pädophilen Einstellungen, heißt es in einem Offenen Brief, den die Vorsitzenden der KirchlichenSammlung um Bibel und Bekenntnis in Bayern (KSBB), Andreas Späth (Ansbach), und desForums Deutscher Katholiken, Prof. Hubert Gindert (Kaufering bei München) [37 KB] , am 21. März an
die Ministerin gerichtet haben. Ihrer Ansicht nach versucht Leutheusser-Schnarrenberger,
sexuellen Missbrauch vorrangig als ein Problem der katholischen Kirche darzustellen. Dabei
werde ausgeblendet, dass auch andere Gruppen betroffen seien. So habe der Beirat der
Humanistischen Union Mitglieder, „die sexuellen Missbrauch an Kindern massiv verharmlost
haben, ihr mutmaßliches Wissen über kriminelle Handlungen verschwiegen haben und sogar –
glaubt man der Presse – dafür eintraten, Minderjährige an Päderasten auszuliefern“. Nach
Angaben der Frankfurter Allgemeinen Zeitung arbeitete der Sexualpädagoge Helmut Kentler bis
zu seinem Tod vor zwei Jahren im Beirat der Humanistischen Union mit. 1994 habe Kentler
geschrieben, „dass sich päderastische Verhältnisse sehr positiv auf die
Persönlichkeitsentwicklung eines Jungen auswirken können, vor allem dann, wenn der
Päderast ein regelrechter Mentor des Jungen ist“.

Humanistische Union warnte vor Dämonisierung der Täter
Vor zehn Jahren habe die Humanistische Union im Blick auf Kindesmissbrauch nachdrücklich
vor einer „Dämonisierung von bestimmten Tätern und Tätergruppen“ gewarnt, so die Zeitung.
Ein Schweigen zu solchen Aussagen sei „nichts anderes als Vertuschen“, heißt es im
Schreiben von Späth und Gindert. Ein „medienwirksam veröffentlichter Einsatz für
Kinderschutzorganisationen“ lasse sich nach den ans Licht gekommenen Fakten „nicht mehr
glaubwürdig mit einer Mitgliedschaft in der Humanistischen Union verbinden“. Um Schaden vom
Amt der Justizministerin abzuwenden, müsse Leutheusser-Schnarrenberger die Humanistische
Union verlassen oder als Ministerin zurücktreten.
(22.03.2010/16:27)


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