Sexualethik: Kritik an „Doppelmoral“ der Kirchen

Sexualethik: Kritik an „Doppelmoral“ der Kirchen
Sexueller Missbrauch verurteilt, Befürworter von Pädophilie toleriert
Tamm (idea) – Eine Doppelmoral in der Sexualethik werfen drei Organisationen den beiden
großen Kirchen vor. Diese verurteilten zwar sexuellen Missbrauch, tolerierten aber zugleich
Gruppen, die pädophiles Begehren als eigenständige Sexualform betrachteten. So habe beim
Ökumenischen Kirchentag in München die Organisation „Homosexualität und Kirche“ (HUK)
mitgewirkt. Sie verbreite die Ansicht, dass Minderjährige in sexuellen Beziehungen mit Älteren
„nicht nur unbeschädigt bleiben, sondern für ihr ganzes Leben profitieren“. Das trage zur
Desorientierung und Verwirrung von Jugendlichen bei, heißt es in einem Faltblatt des
Seelsorge- und Beratungs-Instituts „Wüstenstrom“ (Tamm bei Stuttgart). Zusammen mit der
Internationalen Konferenz Bekennender Gemeinschaften und dem Forum Deutscher Katholiken
fordert das Institut eine neue qualifizierte Auseinandersetzung über Sexualethik. Die letzte
offizielle EKD-Veröffentlichung stamme aus dem Jahr 1971. Zum Thema Homosexualität hätten
die Landeskirchen seither neun Stellungnahmen verfasst. Jetzt komme es darauf an, dass
Menschen, die um ihre kreatürliche Geschlechterrolle als Frau oder als Mann ringen, von der
Kirche in ihrer Suche nach Orientierung wahrgenommen würden. Sie sollten „die klare
Botschaft hören, was gute Sexualität im Sinne des Erfinders ist“. An die Präses der EKDSynode,
Bundestagsvizepräsidentin Katrin Göring-Eckardt (Bündnis 90/Die Grünen),
appellieren die drei Organisationen, nicht nur zu fordern, dass bei dem christlichen
Jugendkongress „Christival“ künftig homosexuelle Pfarrer sprechen dürfen, sondern sich auch
dafür einzusetzen, dass Kirchentage verunsicherten Jugendlichen Hilfen zum Umgang mit
Sexualität und zur Identitätsfindung anbieten. Göring-Eckardt ist Präsidentin des nächsten
Deutschen Evangelischen Kirchentags, der vom 1. bis 5. Juni 2011 in Dresden stattfindet.
(15.06.2010/17:10)


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