Erneute Forderung von Lehrzucht gegen Petersen

Hat Kirche mehr Verständnis für Abweichler als für Fromme?
Erneuter Ruf nach Lehrzuchtverfahren gegen Pfarrer mit "abstruser" Theologie

N ü r n b e r g (idea) -- Hindernisse für die Evangelisation in
Deutschland liegen weniger in
kirchlichen Strukturen als in einer falschen Theologie, die die
Einzigartigkeit Jesu Christi sowie
seinen stellvertretenden Sühnetod am Kreuz bestreitet. Das sagte der
Vorsitzende des
Landeskirchlichen Gemeinschaftsverbands in Bayern, Prof. Wolf-Ewald
Büttner (Regensburg),
beim Mitarbeiter-Impulstag "missio 07" der bayerischen Landeskirche am
3. Oktober in
Nürnberg. Büttner kritisierte die seiner Ansicht nach mangelnde
Konsequenz der Kirchenleitung
bei Pfarrern, die sich von der biblischen Lehre distanzieren. Solchen
Geistlichen müsse
gekündigt werden. Büttner: "Manchmal habe ich den Eindruck: Je frömmer
eine Bewegung,
desto mehr muss sie betonen, dass sie kirchlich ist. Je abstruser die
theologischen Ansichten
sind, desto eher wird ihnen ein Forum geboten und ein roter Teppich
ausgelegt."
Lehrzucht nur im Extremfall
Der Gemeinschaftsvorsitzende spielte damit auf den Fall des Nürnberger
Pfarrers Claus
Petersen an. Dieser vertritt die Ansicht, dass es im Neuen Testament
nach Erkenntnissen der
historisch-kritischen Forschung nur 21 Sätze gibt, die tatsächlich von
Jesus von Nazareth
stammen. Alles andere sei "auf die Seite zu legen" -- unter anderem die
theologischen
Deutungen des Apostels Paulus. Regionalbischof Stefan Ark Nitsche
(Nürnberg) hatte darüber
mit Petersen am 25. September in Nürnberg ein öffentliches
Streitgespräch geführt.
Die Kirchliche Sammlung um Bibel und Bekenntnis in Bayern (KSBB) fordert ein
Lehrzuchtverfahren gegen Petersen. Der in der Landeskirche für Ökumene
und kirchliches
Leben zuständige Oberkirchenrat Michael Martin (München) sagte beim
Nürnberger Impulstag,
es sei schwierig, jemanden aus seinem Amt zu entfernen, wenn dieser den
"magnus
consensus" (große Übereinstimmung) verlassen hat. Auch diese Person habe
Rechte, und es
müsse mit ihr besprochen werden, wo sie sich nicht mehr auf dem Boden
der christlichen Lehre
befinde. Martin bestätigte allerdings, dass es "im Extremfall" zu einem
Lehrzuchtverfahren
kommen müsse.
(04.10.2007/12:50)


Eva Herman bei Johannes B. Kerner
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