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Laun exkommuniziert Lugner |
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"Er ist exkommuniziert"
Laun: Ein Katholik, der Abtreibungen unterstützt, schließt sich selbst aus Kirche aus. Ein Experte widerspricht. Der Salzburger Weihbischof Andreas Laun fährt mit schweren theologischen Geschützen gegen Einkaufszentrum-Chef Richard Lugner auf. Weil im neuen sexualmedizinischen Zentrum der Lugner City in Wien Abtreibungen angeboten würden, habe sich Lugner selbst aus der katholischen Kirche ausgeschlossen und sei damit "exkommuniziert", so Laun am Freitag gegenüber dem katholischen Online-Magazin Kath.net.
Laun verweist auf Kirchenrecht Laun beruft sich auf Paragraf 1.041, 4 des Kirchenrechts: "Da Lugner durch die Zulassung von Abtreibungen in seinem Einkaufszentrum an der Abtreibung 'mitwirkt', ist er von der Bestimmung betroffen und ist exkommuniziert", so der Weihbischof.
Betrifft alle, "die positiv mitgewirkt haben" Laun sagte, dass sich ein Katholik, der Abtreibungen in irgendeiner Form unterstütze, selbst aus der Kirche ausschließe. Das betreffe jeden, der "vorsätzlich einen Menschen getötet oder eine vollendete Abtreibung vorgenommen hat, sowie alle, die positiv daran mitgewirkt haben", zitierte er aus dem Kirchenrecht.
Experte widerspricht Laun Der renommierte Wiener Kirchenrechtler Bruno Primetshofer wies die Aussage Launs zur angeblichen Exkommunikation entschieden zurück. "Das trifft nicht zu", stellte er klar. Die Exkommunikation betreffe lediglich denjenigen, der aktiv eine Abtreibung vorgenommen habe, und die Frau, die diese vornehmen lasse. "Der Lugner ist in keinem Fall betroffen davon", so Primetshofer. Der Katechismus, auf den sich Laun schließlich berufen hatte, sei "irrelevant", da er kein Gesetzbuch darstelle.
Lugner klagt Lugner will Laun nun vor die weltliche Gerichtsbarkeit zitieren. Er beauftragte seinen Anwalt Georg Zanger, eine Klage einzubringen. "Es reicht", sagte Lugner gegenüber der APA. Lugner betonte, dass er nicht einmal der juristische Hausherr der Lugner City sei und demnach gar nicht verantwortlich gemacht werden könne. Er würde lediglich im Namen einer Stiftung, der die Lugner City gehört, Mietverträge aushandeln. "Persönlich bin ich gar nix", echauffierte sich der Baumeister. Zudem würde selbst das Kirchenrecht nur für Ärzte, "Engelmacherinnen" und Männer, die ihre Ehefrauen zum Schwangerschaftsabbruch drängen, die Exkommunikation vorsehen.
"Bekennender Katholik" Würde er auf Grund der Abtreibungsklinik exkommuniziert werden, so Lugner, müssten auch der Wiener Bürgermeister Michael Häupl (SPÖ) und Bundeskanzler Alfred Gusenbauer (SPÖ) mit dem Kirchenbann belegt werden, da sowohl in Krankenanstalten des Landes als auch des Bundes Abtreibungen durchgeführt werden. Er selbst sei bekennender Katholik und seine Tochter besuche eine katholische Privatschule. "Es kann ja nicht sein, dass sie sich jetzt schief von der Direktorin anschauen lassen muss, weil man ihren Vater exkommuniziert hat", sagte Lugner. Der Bischof solle mit seinen Aussagen "vorsichtiger sein". "Die Kirche soll sich überhaupt lieber darüber Gedanken machen, dass sie unschuldige Frauen verbrannt hat", meinte Lugner.
Zentrum erst am Donnerstag eröffnet Stein des Anstoßes ist eine neue sexualmedizinische Einrichtung in der Lugner City, in der auch Schwangerschaftsabbrüche angeboten werden. Die Eröffnung am Donnerstag rief katholische Abtreibungsgegner auf den Plan.
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