|
 |
 |
 |
 |
 |
Münchner Stadtrat benennt Meiser Straße um |
 |
|
München: Kirche kritisiert Umbenennung der Meiserstraße „Einseitige Entscheidung zuungunsten der evangelischen Kirche“ M ü n c h e n (idea) – Die bayerische Kirchenleitung hat die bevorstehende Umbenennung einer nach dem Landesbischof Hans Meiser (1881-1956) benannten Straße in München kritisiert. Der Stadtrat hatte am 18. Juli mit den Stimmen von SPD und Grünen beschlossen, der Meiserstraße einen anderen Namen zu geben. CSU und FDP stimmten nach einer fast dreistündigen Debatte dagegen. Der in Nürnberg geborene Meiser war von 1933 bis 1955 Landesbischof. Er ist wegen antisemitischer Äußerungen aus dem Jahr 1926 auch innerkirchlich umstritten. Meiser war jedoch kein Nationalsozialist. Wegen seines Eintretens für die Unabhängigkeit der Kirche von den Nazis stand er 1934 drei Wochen lang unter Hausarrest. Außerdem rettete er mindestens 126 Münchner „Nichtariern“ das Leben, wie der CSU-Stadtrat und Vizepräsident der Israelitischen Kultusgemeinde in München, Marian Offman, feststellte. In der nach Meiser benannten Straße hat das Landeskirchenamt seinen Sitz. Der Landeskirchenrat will die Begründung für die Entscheidung des Stadtrats abwarten und dann über das weitere Vorgehen entscheiden. In einer Pressemitteilung wirft die Kirche dem Kommunalparlament vor, von seinen eigenen Richtlinien zur Umbenennung von Straßennamen aus dem Jahr 2003 abgewichen zu sein. Der Beschluss des Stadtrats scheine „einseitig zuungunsten der evangelischen Kirche“ ausgefallen zu sein. Sie erschwere auch das Bemühen, sich an einem geschichtsträchtigen Ort mit dem ersten bayerischen Landesbischof auseinanderzusetzen. Bei anderen historisch problematischen Straßennamen habe der Stadtrat anders entschieden. Nach Ansicht von Landesbischof Johannes Friedrich wäre es am besten, in der Meiserstraße eine Erinnerungstafel anzubringen, die auf Verdienste und Probleme in Meisers Biographie hinweise.
Kirchliche Sammlung: Kirche soll klagen Die theologisch konservative Kirchliche Sammlung um Bibel und Bekenntnis in Bayern appellierte an die Kirchenleitung, ihre Ankündigung wahrzumachen und gegen eine Umbenennung zu klagen oder auch ein Bürgerbegehren ins Auge zu fassen. „Der Stadtrat hat willkürlich entschieden“, sagte der Vorsitzende, Andreas Späth (Sachsen bei Ansbach), gegenüber idea. Wenn Straßennamen geändert werden müssten, dann stünde der Karl-Marx- Ring ganz oben auf der Liste. Die Reaktion des Münchener Oberbürgermeisters Christian Ude (SPD) auf die angekündigte Klage bezeichnete Späth als befremdlich. Der Politiker hatte das Vorgehen der Landeskirche „extrem unglücklich“ genannt. Sie verteidige den Straßennamen, weil sie selbst betroffen sei, und schweige zu den historischen Verfehlungen Meisers. Dazu erklärte Späth, dass die Zeiten vorbei seien, in denen eine Obrigkeit selbstherrlich Anordnungen treffen könne. In einem Rechtsstaat hätten alle Bürger das Recht, Entscheidungen juristisch überprüfen zu lassen. Wie die Kirchliche Sammlung würde auch die Lebendige Gemeinde München eine gerichtliche Überprüfung des Stadtratbeschlusses begrüßen. Nach Angaben des Vorsitzenden, Pfarrer Dieter Kuller, haben mehr als 500 Bürger beim Oberbürgermeister schriftlich gegen eine Umbenennung der Meiserstraße protestiert.
Umbenennung auch in Nürnberg – Ansbach blieb standhaft Vor München hatten sich Ansbach, Nürnberg und Neuendettelsau mit Hans Meiser befasst. Im November entschied der Stadtrat von Ansbach mit großer Mehrheit, an der Bischof-Meiser- Straße festzuhalten. In Nürnberg beschloss der Stadtrat am 24. Januar, die Bischof-Meiser- Straße im Stadtzentrum in Spitalgasse umzubenennen. In der von Meiser mitbegründeten iAugustana-Hochschule in Neuendettelsau entzog der Senat dem bisherigen „Hans-Meiser- Haus“ den Namen. (19.07.2007/11:02)
|
 |
 |
|
DIJG Stellungnahme Protest: Namen Meiserstraße nicht abschaffen!
|
|
 |