Pro und Kontra: Sollte Bischöfin Käßmann jetzt zurücktreten? Aus der in idea veröffentlichten Rubrik geben wir hier die "Pro-Haltung" wieder:

"Ja, ein Rücktritt ist notwendig
Margot und Eckhard Käßmann lassen sich scheiden. Sie haben Anspruch auf unser Mitgefühl.
Aber sie sind nicht nur Privatpersonen, sondern Amtsträger der Kirche. Amtsträger der Kirche können nicht gegen Gottes ausdrücklichen Willen handeln, ohne dass sie die Kirche unglaubwürdig machen. Vielmehr ist ein Schuldeingeständnis unabdingbar. Außerdem muss zum Schutz der Kirche und der Gemeinde sowie zur Vermeidung von Ärgernissen die Versetzung in ein anderes Amt vorgenommen werden.
Damit wird öffentlich zum Ausdruck gebracht, dass Gottes heiliger Wille auch gegenüber den Amtsträgern der Kirche unverbrüchlich gilt. Aber nicht nur Gottes Gesetz, auch das Evangelium kommt darin zum Ausdruck, dass die Kirche den Amtsträger nicht fallen lässt, sondern ihn versetzt, um ihm einen
Neuanfang zu ermöglichen.
Es besteht zwar keine Pflicht zum Rücktritt, aber Bischöfin Käßmann sollte ihr Amt selbst zur Verfügung stellen. Das ist sie dem Herrn der Kirche wie der Kirche schuldig. Was sollen Heranwachsende von einer Kirche halten, die Außergewöhnliches fordert, aber selbst nicht einmal das Gewöhnliche tut, die sich vielmehr Gottes Gebot so zurechtlegt, wie es ihr gerade passt."
Dr. Werner Führer (Bückeburg), theologischer Oberkirchenrat der Evangelisch-Lutherischen
Landeskirche Schaumburg-Lippe



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