Beketnnis und Sammlung I / 2004

Hans Apel erhält Walter-Künneth-Preis


Bundesminister a.D. Prof. Dr. Hans Apel wurde am 20.März der Walter-Künneth-Preis in der Münchner Paul-Gerhardt-Kirche feierlich verliehen. Dieser Preis ist nach einem der bedeutendsten deutschen Theologen des 20. Jahrhunderts benannt, dem Erlanger Professor Walter Künneth (1901-1997). Ausgehend vom Zentrum des christlichen Glaubens, der Auferstehung Jesu Christi, nahm Künneth wiederholt Stellung zu Fragen von Politik und Ethik. So geriet er mit den totalitären Systemen des 20. Jahrhunderts in Konflikt. Die Nationalsozialisten belegten ihn mit reichsweitem Schreib- und Redeverbot. In der DDR waren seine Bücher unerwünscht und ihr Besitz konnte negative Konsequenzen haben.Seine Treue zur Heiligen Schrift bewahrte er auch in den Auseinandersetzungen mit den Vertretern einer vermeintlich modernen Theologie, welche die Autorität der Bibel und des christlichen Bekenntnisses untergraben hat. Die gegenwärtige Sinn- und Identitätskrise der evangelischen Landeskirchen hat Künneth klar vorhergesehen. Die KSBB verleiht diesen Preis an Persönlichkeiten und Werke, die sich im Geiste des Namensgebers auf biblischer Basis um die Bewahrung und Verbreitung des christlich-reformatorischen Erbes in Theologie, Verkündigung, Diakonie und Gesellschaft verdient gemacht haben. Hans Apel erhielt ihn insbesondere für sein mittlerweile zum christlichen Bestseller gewordenen Buch “Volkskirche ohne Volk”, das binnen eines Jahres bald in vierter Auflage erscheinen wird.

Bedeutungslosigkeit der EKD selbst verschuldet

Oberkirchenrat a.D. Prof. Dr. Jörg
Müller-Volbehr hob in seiner Laudatio deswegen auch die geistlichen Gemeinsam- keiten zwischen Künneth und Apel hervor. Denn der Preis- träger habe in “Volkskirche ohne Volk” die vom Namens- geber prognostizierte “Selbstentaktualisierung” der evang- elischen Landeskirchen schonungslos offen analysiert. Den Fall der EKD “in die Bedeutungslosigkeit” hatte Künneth vorhergesehen und Apel hat ihn nun umfassend und gerade auch für Nichttheologen verständlich beschrieben. Bedingt durch eine “Theologie” ohne lebendigen Glauben an Christus hätten sich theologische Fakultäten zu “Stätten der Irrlehre” entwickelt. Die dort ausgebildete Pfarrerschaft rede zu viel vom Menschen und zu wenig von Gott und verschweige dabei die Erlösungsbedürftigkeit des Menschen. Man könne – so der Laudator – nur den Kopf den schütteln, wenn die Hamburger “Bischöfin” Maria Jepsen sage, es interessiere sie nicht, ob das Grab Jesu leer gewesen sei oder nicht! Zentrale Glaubensinhalte fehlten also in Verkündigung und öffentlicher Wahrnehmung. Verantwortliche handelten immer mehr nach dem Motto: Bei uns ist alles möglich und kann kirchlich abgesegnet werden, seien es Homo-“Ehen” oder Scheidungen. Die “Volkskirche” ist somit nur noch der Abklatsch unserer zerfaserten, profillosen Spaßgesellschaft. Sie will kein positiver Gegen- entwurf dazu sein. Daß eine solche Kirche “Karteileichen” und Kirchenaustritte geradezu produziere, verwundere nicht.


Schluß mit Zeitgeist

Hans Apel sei für sein Engagement zu einer Bewußtmachung des geistlichen Krebsschadens an der Kirche zu danken, unerläßliche Voraussetzung zu Buße und Umkehr. Den Preis (Silbermedaille und Urkunde) überreichte der Sohn des Namensgebers und langjährige 1. Vorsitzende derKSBB, Spiritual Pfr. Dr. Friedrich-Wilhelm Künneth. Auch er dankte dem Preisträger und seiner Gattin Ingrid für ihrgemeinsames unermütliches Engagement für den christ- lichen Glauben.
In seiner Erwiderung wies Hans Apel daraufhin, daß er in guter hanseatischer Tradition eigentlich keine Orden oder Preise annehme. So habe er als Bundesminister einen Orden vom damaligen französischen Staatspräsidenten Valéry Giscard d’Estaing abgelehnt. Beim Walter-Künneth-Preis mache er eine Ausnahme, weil dadurch das gemeinsame Anliegen zu einer Erneuerung der Kirche gefördert werde.

Schluß mit Etikettenschwindel

Den negativen Entwicklungen in der Gesellschaft (kaputte Familien, Materialismus, Verwahrlosung etc.) und dem Islam habe die Kirche nichts mehr entgegenzusetzen, weil sie ihr Profil nicht biblisch, sondern nach vermeintlicher “Marktgängigkeit” ausrichte. Daraus entstehe ein religiös verbrämter Bauchladen: religiöser Synkretismus, feministische Theologie, “Homo-Segnung” etc.. “Wenn sich solche Kirchen evangelisch-lutherisch nennen, ist das längst ein unübersehbarer Etikettenschwindel.” Zumal große Teile der Pfarrerschaft “die theologischen Grundlagen ihrer Ordination als historischen Schnickschnack betrachten” und auch keine Vorbilder christlicher Lebensführung sein wollten. “Frommsein” ist ein Schimpfort geworden, Sünde wird nicht mehr beim Namen genannt. Apel: “Homosexualität und die kirchliche Segnung ihrer Partnerschaft bauen und erhalten keine Gesellschaft. Im Gegenteil. Die Anthropologen sagen uns, daß schwere Fehler im Sexualkodex und in den Sexualgebräuchen eine wichtige Rolle beim Untergang vieler Kulturen gespielt haben.” Schweigen die Kirchen hier, so werden sie zu “Totengräbern unserer Gesellschaft”. Gerade in der pluralen, auseinander driftenden Gesellschaft bedarf es Kirche mit klarer Botschaft, um so den Menschen dienen zu können. Nur die Kirchensteuer halte die Institution noch zusammen, eine geistliche Gemeinschaft im biblischen Sinne sei die Kirche wegen der herrschenden bibelkritischen Verkündigung nicht mehr. Dennoch sei es Aufgabe der Gläubigen, sich nicht entmutigen zu lassen, sondern “christliche Leuchtfeuer in dieser dunklen Zeit als Wegweiser für die Menschen aufzurichten” Während der Journalist und Synodale Hans-Joachim Vieweger, die Notwendigkeit positiver geistlicher Aktivitäten seitens der Gemeinden betonte, forderte der promovierte Theologe und Philosoph Dr. Dr. Daniel von Wachter mehr Mut und Widerstand gegen die Diktate der herrschenden ´68er. “Wo ist der Widerstand?” Fragte er die Anwesenden und forderte dazu heraus die frommen Trutzburgen zu verlassen, um sich aktiv in Kirche und Gesellschaft einzubringen. Auch der Bundestagsabgeordnete und Rechtsanwalt Norbert Geis, der neben Jura auch katholische Theologie und Philosophie studierte, forderte Christen zur Zivilcourage auf. Jesus fordere keine Weltflucht, sondern, dass wir als Christen “Licht der Welt” und “Salz der Erde” sein sollen. Dazu müssen Christen in die Welt, ohne von ihr zu sein, oder sich ihr gar anzupassen. Wer Toleranz so verstehe, dass er aus Rücksicht auf andere Positionen, die eigene Position verschweige, hätte den Toleranzbegriff missverstanden und würde zum Untergang der eigenen Position beitragen.


Weitere Veranstaltungen

Der Anlaß der Preisverleihung wurde von der KSBB verbunden mit weiteren Veranstaltungen. Am 19. März abends hielt Hans Apel im Augustanasaal in Augsburg einen Vor- trag zu “Hat christlicher Glaube Zukunft? Zum Wertewandel in Kirche und Gesellschaft.” Anschließend fand eine Podiumsdiskussion mit ihm, Dekanin Susanne Kasch, dem Journalisten Konrad Badenheuer und Pfr. Dr. Wolfhart Schlichting statt. Badenheuer wies v.a. allem auf den enormen Verlust von einem Drittel der EKD-Mitglieder in den letzten Jahrzehnten hin, den er in den geistlichen Fehlentwicklungen der modernen Theologie begründet sieht. Schlichting untermauerte die Richtigkeit von Apels Analyse, während Frau Kasch darin ihre Kirche so nicht wiederzufinden vermochte.

Warum Europa das Christentum braucht?

Unter diesem Motto fanden am 20.3. Kurzvorträge und anschließende Podiumsdiskussion im Münchner Löwenbräukeller statt mit Hans Apel, dem Vizepräsidenten des Europa- parlaments Dr. Ingo Friedrich, Pfr. Dr. Richard Kocher (kath. Radio Horeb) und Lidvine Gräfin Preysing von den Christdemokraten für das Leben (CDL). Diskussionsleitung hatte der Verleger Dr. Ingo Resch. Einigkeit bestand darin, daß bei abnehmender christlicher Wertbindung die soziale Lebensqualität in Europa drastisch sinken werde. Zudem werde der Islam durch Zuwanderung und gesellschaftliche Einflußnahme das selbstverschuldete geistliche und demo- graghische Vakuum nutzen. Unter den Gästen waren auch Geistliche verschiedener Kirchen, darunter der griechisch-orthodoxe Bischofsvikar der Metropolie Deutschland Apostolos Malamoussis. Auch seine k. u. k. Hoheit Otto von Habsburg grüßte die Teilnehmer im vollen Bennosaal.



Lutherisches Bekenntnis und Erwecklichkeit – ein Gegensatz?

Interview mit Diakon Andi Weiss. Er arbeitet in einer bekenntnisgeprägten Großstadtgemeinde in München.

B&S: Herr Weiss, sind Sie stolz, in einer bekenntnisgeprägten Ge- meinde Dienst tun zu dürfen?
Andi Weiss (AW):
Nein, aber dank- bar!
B&S: Gut. Was bedeutet für Sie be- kenntnisgeprägt?
AW
:
Vor kurzem war ich mit meinen Konfirmanden im Kino. Luther – der Film. Sein Bekenntnis zum Glauben, seine Motivation auf der Suche nach einem gnädigen Gott und sein Durchhalten, auch bei scheinbarem Scheitern an Gottes Wort festzuhalten, sind für mich Vorbild und Ansporn im Dienst.
B&S: Können Sie das präzisieren?
AW
:
Ich prüfe meine Arbeit und mein Arbeitsumfeld an- hand der vier reformatorischen Grundsätze. Allein der Glaube! Ich bin dankbar für eine Gemeinde, die bereit ist zu glauben. Die mehr sein will als zwischenmenschliche Zu- sammenkunft oder sozial orientierte Interessengemeinschaft. Ich bin dankbar für eine Gemeinde, die zwar ihr Wissen und Können als Gabe Gottes sieht und gebraucht, aber sich nicht allein darauf verlässt.
Allein die Schrift! Ich bin dankbar für eine Gemeinde die nach Gottes Willen fragt, die Gottes Wort lesen und hören will. Deren erstes Ziel eben nicht – wie heute üblich – darin besteht, diese alten Worte zu entkräften und zu widerlegen, sondern die Gottes Willen, seine Liebe und seine grenzen- lose Treue in jedem Buchstaben dieses Buches für sich ent- deckt und als Maßstab für ihr Leben nimmt.
Allein die Gnade! Ich bin dankbar für eine Gemeinde, die von sich weiß, dass selbst schwach ist, die ganz und gar auf Gottes Erbarmen setzt, in der Vergebung untereinander möglich ist, weil Gott uns selbst vergibt. Ich bin dankbar, als Mensch zu wissen, trotz meiner Fehler von Gott getragen zu sein. Dankbar, dass Jesus zu den Armen und Schwachen ging, weil ich dadurch auch zu seiner Zielgruppe gehöre. Ich bin dankbar, in einer Gemeinde zu arbeiten, die sich auch den Armen und Schwachen widmet und eine offene Tür hat für jene, die geistlich, geistig und materiell arm sind.
Allein Christus! Ich bin dankbar, den Namen "JESUS" in meiner Gemeinde aussprechen, loben und preisen zu dürfen. So kurios das klingen mag. Aber was wären Glaube, Schrift und Gnade ohne DEN, der das bewirkt hat! Kurzum, ich bin dankbar, dass ich in einer Bekenntnisgemeinde arbeiten darf! Für mich sind theologische Schärfe und Liebe, Eindeutigkeit und Nachsicht, Geduld und Ermahnung keine Gegensätze, sondern Spannungsbögen christlichen Lebens. Diese gilt es auszuhalten, eben auch in meiner Arbeit mit Jugendlichen, Alten und Armen.
B&S: Wenn man Ihnen zuhört, scheint Kirche auch bei uns in Deutschland ja doch noch Zukunft zu haben.
AW
:
Kirche hat immer Zukunft, wenn sie sich auf ihr Haupt Jesus Christus hin ausrichtet. Und so heißt "bekenntnis- orientiert", sich selbst nicht faul-fromm auszuruhen, sondern sich von der herausfordernden Botschaft Jesu Christi hinter- fragen und zugleich tragen zu lassen. Man kann “bekennt- nisorientiert” auch übersetzen als selbstbewusstes und mün- diges Christsein für den Einzelnen und als “evangelisch mit Zukunft” für die Kirche.
B&S: Herr Weiss, wir danken Ihnen für dieses Gespräch und wünschen Ihnen Gottes Segen für Ihren Dienst und Ihre Zukunft.




Die Passion Christi - missionarische Chance

Seit längerem hat kein Film die Gemüter so bewegt wie die Verfilmung der letzten zwölf Stunden des irdischen Lebens Jesu Christi durch den Hollywood-Star Mel Gibson. Es geht hier nicht um ein Für und Wider dieses Filmes, dazu können Sie in säkularen und christlichen Medien übergenug lesen. Wir halten es für wichtig, dass Christen diesen Film nutzen, um mit Kinobesuchern über die Bedeutung des Leidens, Sterbens und der Auferstehung Jesu ins Gespräch zu kommen. In München haben wir viele Gemeinden für die Idee gewonnen, sich abzusprechen, und nach den Vor- stellungen vor verschiedenen Kinos Johannesevangelien und Traktate zu verteilen. So sind in den letzten Tagen allein in München mehrere Tausend Evangelien unter Volk gebracht worden. Vielleicht können auch Sie in Ihrer Stadt, Ihrer Gemeinde Leute finden, denen Gott in besonderer Weise diese Kinobesucher ans Herz legt. Für München und Umgebung können die Johannes- evangelien und die Traktate der Marburger Medien Stiftung (früher: Marburger Blättermission, Autor: Pfr. Dr. Theo Lehmann) bei Enrico Hirsch abgeholt werden. Tel.: 0163-530 44 01, e-mail: sommer11@directbox.de.

Andere Regionen wenden sich bitte direkt an:

Verbreitung der Heiligen Schrift

z.H. Herrn Räder

35713 Eschenburg (Adresse ist vollständig!)


Stiftung Marburger Medien

Friedrich-Naumann-Str. 15

35037 Marburg

Tel: (06421) 1809-0
http://www.marburger-medien.de

Wir bedauern es sehr, dass viele Kirchenleiter nur am Film herumkritisieren, anstatt zur Kenntnis zu nehmen, dass - unabhängig von der Qualität - viele Menschen hineingehen und erschüttert sein werden. Diesen Kinobesuchern schulden wir nicht eine weitere Filmkritik - das ist Sache der weltlich- en Presse - sondern die Gute Nachricht von Jesus Christus. Für Dich und Mich hat er gelitten, damit wir mit Gott ver- söhnt werden können. Da man Seitens kirchenleitender Organge lieber über Mission diskutiert, sollten Gemeinden vor Ort die Initiative ergreifen und praktische Schritte der Mission gehen.

85% des Grundkapitals der CBS

Unsere Initiative zur Gründung einer “Christlichen Bildungsstiftung” kam durch einige größere Spenden nach unserem letzten Rundbrief soweit voran, dass nun 85 % des benötigten Grundstocks vorhanden bzw. fest zugesagt sind. Wir haben daher in den letzten Tagen den Entwurf der Stiftungssatzung an die Regierung von Oberbayern geschickt, mit der Bitte um Prüfung der Satzung. Wenn die Satzung den Voraussetzungen entspricht, fehlen uns nur noch 7500 Euro zur Gründung. Wenn Sie dazu beitragen können und möchten, bitten wir Sie um Ihre Hilfe und auf dem Überweisungsträger um den Vermerk “Stiftung”. Ihre Spende wird dann zweckgebunden nur hierfür verwendet.

Mut zum Bekenntnis ist gefragt!Erste kleine Erfolge

In der evangelischen Kirche in Kochel am See sollte die erste offizielle “Segnung” von zwei Lesben stattfinden. Was nach der sog. Fürther Erklärung im seelsorgerlichen Ermessen des Pfarrers liegt, sollte nun plötzlich öffentlich (und damit sichtlich außerhalb der “individuellen seel- sorgerlichen Begleitung”) stattfinden. Harte Kritik daran übte der Vorsitzende des ABC-Rates und Synodale Martin Pflaumer. Die angestrebte Handlung ginge weit über Fürth hinaus. Dem anhaltenden Protest verschiedener Bekenntnis- gruppen und vieler einzelner Briefeschreiber ist es wohl mit zu verdanken, dass die Kirchenleitung auf Anfrage in der Synode verlautbaren ließ, diese “Segnung” habe auf Intervention der Oberkirchenrätin im Kirchenkreis nicht stattgefunden. Eine weitere Frage war dem Synodalen Vieweger der Dekanebrief von OKR Böttcher wert. Böttcher hatte den Gemeinden, die Kirchenvorstandsbeschlüsse gegen die Mitarbeit “praktizierender und propagierender” Homo- sexueller beschlossen hatten, mit der Aufhebung dieser Beschlüsse gedroht. Nach heftigem Widerstand und einer überklaren gutachterlichen Stellungnahme des frühreren juristischen Leiters des Landeskirchenamtes Dr. Werner Hofmann (Kopie beim Hauptbüro erhältlich), trat man eine Art geordneten Rückzug an. Der Brief sei nur gegen pauschale Ablehnung gerichtet gewesen. Im konkreten Einzelfall könne jeder Kirchenvorstand so einen Beschlus fassen. An disziplinarische Schritte sei nicht gedacht. Wir denken es ist damit deutlich, dass wir weder dem künstlich aufgebauten Druck, noch vordergründig plausibel klingen- den juristischen Scheinargumenten nachgeben dürfen. Nun müssen Kirchengemeinden, bzw. deren Kirchenvorstände erst Recht auf ihrem gemeindeleitenden Amt bestehen und klare Beschlüsse fassen. Wo Beschlüsse höherer Instanzen gegen Schrift und Bekenntnis stehen, müssen die Gemein- den selbst Initiative zeigen und durch eigene Beschlüsse - die eventuell auch zu Auseinandersetzungen um des Glaubens willen führen können - bekennen, was bei ihnen gilt. Denn wir glauben nicht, dass die Verhinderung der Lesben”segnung” und die Teil-Rücknahme des Böttcher- Briefes ohne äußeren Druck geschehen wären. Zudem dürfen wir dem Wirken der Homo-Lobby nicht naiv gegenüber stehen. Auch von dieser Seite wird weiterhin stark Einfluss genommen, um die entsprechenden Ziele durchzusetzen. Es bedarf also verstärkter Wachsamkeit und großen Engagements, um bekenntnistreue Gemeinden beim Wort Gottes zu erhalten und anderen Kräften entgegenzutreten, wie folgende Beispiele belegen:


Weiteres Engagement dringend nötig

Nach über 30 Jahren treuen Dienstes ging vor einiger Zeit der Pfarrer der Münchner St. Martinskapelle in den Ruhe- stand. Das besondere Anliegen von Pfr. Helmut Steinlein war die Liturgik und das gottesdienstliche Leben mit den zentralen Inhalten von Predigt und Heiligem Abendmahl. Besonderes Gewicht lagen immer auf der Würde der Feier und auf der Reinheit der Verkündigung.
Nun wurde Mitte Februar der Eröffnungs-”Gottesdienst” des Spirituellen Zentrums - so der neue Name - gefeiert. Der Amtsnachfolger- ein bekennender Homosexueller. Nicht nur dies bedrückt. In finanziellen Krisenzeiten wurden 100.000 Euro gefunden, um das Gemeindezentrum in ein Meditationszentrum umzubauen, in dem laut Werbebro- schüre bei einer schwul-lesbischen Tagung der Evangeli- schen Stadtakademie auf Matratzenlagern übernachtet werden kann. Damit nicht genug wurde im “Eröffnung- sgottesdienst” ein islamischer Geistlicher präsentiert, der nach dem Abendmahl Koransuren zitierte, und die Gemein- de anschließend zu einem gemeinsamen Anbetungslied eingeladen, in dem Allah angerufen wurde. Dies nach unseren Informationen in Gegenwart eines Oberkirchen- rates.
Ein weiteres beängstigendes Beispiel ist der Umgang mit den sog. Leitlinien kirchlichen Lebens. Obwohl weit über 100 (!) Eingaben, zum Teil -zig Seiten umfassend mit detail- lierten Änderungsanträgen bei der Synode eingingen, stellte der Vorsitzende des Grundfragenausschusses, der Neuen- dettelsauer Theologieprofessor Stegemann nur lapidar fest, dass die Änderungsanträge nicht berücksichtigt würden. Das Werk könne demnach auf der Herbstsynode verabschiedet werden. Dies ist eine unglaubliche Missachtung der gemeindlichen Basis - die ja sonst immer gerne beschworen wird.
Nächster Tiefpunkt wird wohl eine Veranstaltung der St. Lukas Kirche München. In der Vorankündigung wird mitgeteilt, was ein “Künstler” mit der Bibel alles vorhat. “Brennen und wässern” sind noch die harmloseren Behandlungsformen. Man stelle sich den Aufschrei einer solchen Behandlung des jüdischen Talmud oder des Koran vor....


Vor allem aber: Gebet!

Bei allem, was uns erschreckt und ärgert, gilt aber: 1.) Gott ist der Herr! 2.) Uns ist auf Erden kein Friede verheißen. 3.) Segnet, die euch fluchen. 4.) Haltet an am Gebet! Das ist unser Auftrag vor allem anderen und über alles andere hinaus.


B&S III/2005
B&S II/2004