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Sölle-Haus der Augustana Hochschule |
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Eingabe der Kirchlichen Sammlung um Bibel und Bekenntnis in Bayern (KSBB) an die Synode der Ev.-Luth. Kirche in Bayern zur Herbsttagung 2006:Die Synode möge folgende geschwisterliche Aufforderung an den Senat der Augustana-Hochschule in Neuendettelsau beschließen: “Die Synode der Ev.-Luth. Kirche in Bayern bittet den Senat der Augustana-Hochschule in geschwisterlichem Geist, die Namensgebung ‚Dorothee-Sölle-Haus‘ zurückzunehmen.”Begründung:Frau Sölle hat zentrale Glaubensaussagen des Christentums verdreht, wenn nicht gar geleugnet. Die Benennung eines Gebäudes an einer theologischen Hochschule sollte sich daher von selbst verbieten. Sogar der persönliche Referent des Landesbischofs, Dr. Hartmut Hövelmann, erklärte in einem Leserbrief im Rothenburger Sonntagsblatt sein Unverständnis über diese Namensgebung.Durch diese Namensgebung wurde eine vermeidbare Spaltung im Kirchenvolk (sh. Leserbriefe in beiden Sonntagsblättern) erzeugt.Diese Spaltung wurde noch verstärkt durch die in engem zeitlichen Zusammenhang stehende “Tilgung” des Namens von Altbischof Hans Meiser an der Augustana. Diese wurde u.a. mit der Begründung vorgenommen, er habe sich nicht ausreichend für die verfolgten Juden im Dritten Reich eingesetzt. Hier ist nicht der Platz auf Meiser einzugehen, doch die Senatsmehrheit der Augustana selbst hat durch die zeitliche Nähe einen Zusammenhang zwischen beiden Maß- nahmen erzeugt. Objektiv hat Meiser unter Lebensgefahr für sich und seine Familie gestanden und dem braunen Zeitgeist widerstanden. In Nürnberg diskutiert man, ob es den Opfern des Nationalsozialismus zuzumuten ist ein Straßenschild mit Meisers Namen zu sehen. Muss nicht die Benennung eines Hauses an einer theologischen Hochschule nach der Sozialismusapologetin Sölle geradezu als eine Verhöhnung der Christen unter den Opfern des Sozialismus verstanden werden? Wir wurden in diesem Jahr von vielen Christen aus der “DDR”-Ex und anderen ehemaligen Ostblockländern in dieser Richtung angesprochen. Und wir verstehen, dass diese Schwestern und Brüder sich mehr als unsensibel behandelt fühlen. Die Worte aus der Einführungsrede, die die Benennung der “Wache” nach der Sozialistin Sölle als “kritisches Aufarbeiten des Faschismus” bezeichneten, erscheint auf diesem Hintergrund zynisch. “War unser Leiden weniger real, weil es von Sozialisten und nicht von National- sozialisten ausging?”, fragten uns immer wieder Betroffene. Für das sozialistische Experiment im 20. Jahrhundert mussten mindestens 80 Millionen Menschen mit Tod, Hunderte von Millionen weitere Menschen mit Unfreiheit, Unterdrückung und geistiger Knechtung zahlen. Auch hat Frau Sölle in ihren Büchern Gewalt zur Durchsetzung sozialistischer Ziele befürwortet. Offenbar ist heute schon vergessen - oder noch längst nicht aufgearbeitet - wie es den Menschen im Sozialismus erging. Auf diesem Hintergrund beschämt es uns besonders, dass die Predigerinnen des Sozialismus so gern und gut in der kapitalistischen “Hölle”, mit ihren Beamtengehältern, schicken Autos und dicken Villen lebten, während sie anderen den sozialistischen Himmel priesen, in dem diese dann auch leben mussten, mit all der Unter- drückung, den Denk- und Reiseverboten. Frau Sölle hat sich auch nicht besonders für verfolgte Christen im Sozialismus eingesetzt, obwohl sie im Gegensatz zu Meiser nicht selbst in diesem totalitären Machtbereich leben musste, sondern in einer freiheitlich-demokratischen Ordnung leben durfte. Christlichen wie nichtchristlichen Opfern der kommunistischen Diktaturen in Europa und Übersee muss in diesem Kontext die “Würdigung” Sölles an der Augustana – vorsichtig formuliert – befremdlich erscheinen. Wir sehen mit Sorge, wie die Sozialismusopfer durch diese Benennung ein weiteres Mal in ihren Nöten nicht wahrgenommen und marginalisiert werden.
München, den 4. Oktober 2006
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