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Einkehrtagung: Thema „Islam - Gefahr oder Herausforderung"
Vom 9.-11.7. 2004 fand in den „Ammersee-Häusern" der Hensoltshöher Diakonissen in Riederau am Ammersee unsere sehr gut besuchte Einkehrtagung zum Thema „Muslime unter uns – Gefahr oder Herausforderung?"statt. Wieder durften wir Innenminister Beckstein begrüßen. Er erinnerte daran, daß in fast allen islamischen Ländern Christen massiv diskriminiert und verfolgt, teilweise sogar umgebracht würden. Insofern beklagte er, daß seitens der Amtskirchen mehr Ermahnungen an die deutschen Politiker ergingen, sich für den EU-Beitritt der Türkei einzusetzen, als für verfolgte Christen einzustehen. Es sei eine Anfrage an alle Christen hierzulande, wenn bei Asylsuchenden die „Faszination des Christentums nicht so stark wie die Faszination der Sozialhilfe" ausfalle und mehr Menschen zum Islam überträten als Moslems Christen würden.
Sozialhilfe attraktiver als christlicher Glaube Beckstein hielt fest, daß Kirchenglockengeläut zur Tradition und zum kulturellen Bestand des Abendlandes, eines oberbayerischen oder fränkischen Dorfes, gehören, der Ruf des moslemischen Muezzin jedoch nicht. Außerdem wisse jeder, der nach Deutschland komme, daß unser Land vom Christentum geprägt sei. Kein einziger Fremdkultureller sei zwangsweise hierher verschleppt worden. „Und dann muß man sich in bestimmter Weise einfügen", so der Innenminister, der auch der Synode unserer Landeskirche angehört. Kaum Dank für Bewahrung des Rechtsstaates Als es kurz vor Weihnachten gelungen sei, einen muslimischen Haßprediger („Tod allen Ungläubigen, Tod allen Christen") aus Bayern abzuschieben, sei ihm aus der Landtagsopposition vorgeworfen worden, er hätte den Weihnachtsfrieden gebrochen. Im Landtag entgegnete Beckstein, daß damit der Weihnachtsfrieden hergestellt worden sei. Dank für seinen Einsatz zur Verteidigung des Rechtsstaates erhalte er von evangelischen Kirchenleitungen so gut wie nicht.
„Islam vor weiterer Radikalisierung" Die Islamwissenschaftlerin Dr. Christine Schirrmacher (Bonn) warnte vor der gängigen Sichtweise, der Islam erscheine derzeit nur deswegen so gewaltbereit, weil er seine „Aufklärung" noch vor sich habe. Natürlich könne keiner wissen, wie sich der Islam in 500 Jahren darstelle. Derzeit deute aber sehr vieles auf eine weitere Radikalisierung und nicht auf eine Humanisierung. Diese Sichtweise bestätigte auch der Staatskirchenrechtler Prof. Dr. Jörg Müller-Volbehr (Marburg), indem er Unterschiede zwischen dem christlichen und dem islamischen Kulturkreis anhand der Menschenrechte aufzeigte. Uns im Westen selbstverständlich erscheinende Freiheiten werden im islamischen Kulturkreis als unislamisch betrachtet und deshalb abgelehnt, was mit Koran und Scharia (dem islamischen Gesetz) begründet wird. Konflikte im Zusammenleben mit weiter wachsenden muslimischen Bevölkerungsanteilen in der EU seien deshalb sehr wahrscheinlich, außer der Westen gebe sein bisheriges Menschenrechtsverständnis auf. Mission tut not ! Ein zum Glauben an Jesus Christus gekommener, früherer Moslem aus Indien berichtete über das harte Verfolgungsschicksal von Konvertiten in islamischen Gesellschaften. Er arbeitet heute als Missionar mit der Evangelischen Karmelmission (Schorndorf) zusammen. Günther Korn (Nürnberg) vom Orientdienst zeigte die mannigfachen, aber weithin ungenutzten Chancen zur Mission unter Muslimen in Deutschland auf, die durch Trägheit und Passivität der Christen oft ungenutzt blieben. Asylbewerber und Zuwanderer nähmen das Evangelium oft bereitwilliger auf als Einheimische. Auch Vorsitzender Späth schloß sich diesem Aufruf an. Wichtiger als das Lamento über die Entchristlichung des Abendlandes müsse für Christen die Wahrnehmung solcher Missionschancen sein. Denn der Missionsauftrag bleibe gerade in Umbruchzeiten für die christliche Gemeinde grundlegend. Einen feierlichen Abschluss fand die Einkehrtagung mit einem Abendmahlsgottesdienst. Pfr. Otto Kietzig zelebrierte die Liturgie. Die Predigt hielt KSBB-Spiritual Pfr. Dr. Künneth über 1.Kor 16,13 "Wachet, stehet im Glauben, seid männlich und seid stark!".
Die meisten Vorträge erscheinen demnächst in gedruckter Form und sind beim Hauptbüro (siehe Impressum) gegen Spende erhältlich. Wer die Vorträge lieber als Audiokassette möchte, kann diese über uns beim Kasettendienst Manasse bestellen.
Ablauf: FreitagAnreise bis 18.00 Uhr
Abendessen
Andreas Späth, Sachsen bei Ansbach (1. Vorsitzender der KSBB): “Einführung ins Thema” Dr. Günther Beckstein, München (Bayer. Staatsminister des Innern) “Islam und unsere Demokratie - Ein Widerspruch?” Abendsegen Gemütliches Beisammensein im Clubraum
Samstag
Morgensegen Frühstück
Prof. Dr. Jörg Müller-Volbehr, München (OKR a.D., Prof. f. Staats- und Kirchenrecht an der Universität Marburg, Beirat von Christliche Solidarität International (CSI)): “Menschenrechte und Islam”
N.N. (Evang. Karmelmission) “Lebenswirklichkeit von Christen in islamischen Ländern” Mittagessen
Mittagspause
Dr. Chr. Schirrmacher, Bonn (Islaminstitut der Lausanner Bewegung): “Die christliche Zwei-Reiche-Lehre und der politisierte Islam”
Kaffee und Kuchen
Dr. Chr. Schirrmacher, Bonn “Bibel und Koran in der Gegenüberstellung” Abendessen
Günther Korn, Nürnberg (Orientdienst) “Muslime unter uns - Chance der Mission!”
Gemütliches Beisammensein auf der Terasse
Sonntag
Morgensegen Frühstück
“Persönliche Zeugnisse aus einem türkischen Hauskreis”
Gottesdienst mit Abendmahl Spiritual Pfr. Dr. Künneth u.a.
Mittagessen / Abreise
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