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Walter-Künneth-Preis für Oskar Sakrausky - April 2005 Am 17. April erhielt der österreichische Altbischof Dr. h.c. Sakrausky (Fresach/Kärnten) in Neuendettelsau den Walter-Künneth-Preis der KSBB. Der dortige Diakonie-Rektor Hermann Schoenauer begrüßte die Teilnehmer im Luther-Saal. In seiner Laudatio würdigte Pfarrer Dr. Wolfhart Schlichting (Augsburg) des Preisträgers unbeirrbare und standfeste Ausübung des Bischofsamtes von 1968 bis 1983. Deutlich habe Sakrausky seine Stimme zum Schutz des ungeborenen Lebens erhoben. Dabei sei er in den Anfechtungen der antichristlichen Kulturrevolution unbeirrbar und standfest geblieben, habe „als Stimme der Kirche“ christlichen Glauben und Ethik verteidigt im Wissen darum, daß es um die Grundlagen des Abendlandes gehe. Nie habe der Preisträger der falschen Vorstellung gehuldigt, daß der Bischof lediglich ein Moderator unterschiedlicher innerkirchlicher Positionen sei, so Schlichting.
„Ein ordentlicher Bischof: unbeirrbar und standfest“ Der katholische Weihbischof Prof. Dr. Andreas Laun (Salzburg) würdigte Sakrausky als vorbildlichen Christen, dessen Bekenntnismut und Tapferkeit gerade in der Abtreibungsdiskussion ihn als jungen Theologen und Priester zur Nachahmung angeregt habe. Die vom damaligen österreichischen Bundeskanzler und Befürworter der Fristenlösung Bruno Kreisky (SPÖ) gegen den Preisträger betriebene Ausgrenzung habe dieser als „Fels in den Wogen des Zeitgeistes“ in christlicher Demut erduldet. Laun machte angesichts des um sich greifenden Wertepluralismus deutlich: „Die einzig wirkliche Ethikkommission hat nur aus zwei Personen bestanden: Aus dem Allmächtigen und Mose – der eine hat geredet, der andere hat gehört.“ Den Preis überreichten der Spiritual der KSBB und Sohn des Namensgebers, Pfarrer Dr. Friedrich-Wilhelm Künneth (München), und der 1. Vorsitzende der KSBB, Andreas Späth (Sachsen bei Ansbach). Künneth dankte dem Preisträger, weil er in Zeiten des Säkularismus einen wesentlichen Dienst an der Schöpfungsordnung Gottes geleistet habe. Viele Vertreter des Zeitgeistes wüßten bloß noch nicht, daß sie schon längst gescheitert seien. Späth betonte, daß Sakrausky den Preis für sein Lebenswerk, insbesondere jedoch für seinen Einsatz für das ungeborene Leben erhalte. Daß Kinder nicht mehr als Gabe Gottes empfunden und dankbar angenommen würden, sei für den Preisträger stets ein Symptom der Entchristlichung und des damit einhergehenden ethisch-moralischen Niedergangs der europäischen Gesellschaften gewesen, wogegen er gekämpft habe. Auch dankte Späth Frau Sakrausky für die treue Unterstützung ihres Mannes.
Auferstehungshoffnung überlebenswichtig Bischof Sakrausky (91) dankte in seiner Erwiderung für die vielen lobenden Worte und den Preis. Für sein Wirken habe er die Kraft nur aus dem Wort Gottes bezogen. In sowjetischer Kriegsgefangenschaft sei es ihm gelungen, seinen russischen Bewachern Bibelseiten abzutauschen, welche diese als Zigarettenpapier nutzen wollten. Diese so gewonnen Bibelfragmente wurden seine tägliche geistliche Nahrung, die für das Überleben der Gefangenschaft notwendig war. So vermochte Sakrausky sein Leben in die Hände Gottes zu legen. Nur aus einer lebendigen Auferstehungshoffnung könne man als Christ in den Herausforderungen der jeweiligen Zeit bestehen. Am anschließenden Podiumsgespräch zum Lebensschutz beteiligten sich neben Weihbischof Laun (für Text, Link drücken) die bayerische Landesvorsitzende von Christdemokraten für das Leben (CDL), Lidvine Gräfin von Preysing, der Generalsekretär der Deutschen Evangelischen Allianz, Hartmut Steeb (Stuttgart), und der freikirchliche Pastor Hansjürgen Kitzinger (Nürnberg) für die Lebensrechtsaktion „Weisser Friede“. Gräfin von Presying sieht das Rechtsbewußtsein vor die Hunde gehen, wenn Selbstbestimmung mehr wert sei als Leben. Steeb wies daraufhin, daß in Belgien bereits ein Medikamentenset für aktive Sterbehilfe angeboten werde. Da scheinbar in den europäischen Gesellschaften als einziger nur noch der Konsens bestehe, daß Mehrheitsentscheidungen bestimmend seien, sei es zu einer „Diktatur der Geborenen über die Ungeborenen“ gekommen, die sich um eine „Diktatur der Gesunden über die Kranken“ erweitern könne. Der gefährlichste Aufenthaltsort eines Menschen sei heute der Mutterleib. Ein von einer minderjährigen Mutter empfangenes Kind könne heute mit über 50% Wahrscheinlichkeit mit seiner Tötung rechnen. Europa bräuchte eine Revolution der Liebe, um nicht der Unmenschlichkeit zu verfallen. Kitzinger regte an, die vom bayerischen Kultusministerium eingeräumte Möglichkeit, an Schulen eine „Woche für das Leben“ zu organisieren, doch auch zu nutzen, was bisher kaum geschehe.
Verfall der Menschenwürde Laun verdeutlichte die Entwicklung des Verfalls der Menschenwürde. Als vor 30 Jahren das strafbewährte Verbot der Abtreibung gefallen sei, habe man Warnungen vor einem weiteren Entzug des Lebensschutzes, z.B. bei alten und kranken Menschen, als „perverse Phantasie“ der Abtreibungsgegner gegeißelt. Doch diese angeblich perversen Phantasien seien Realität geworden, Stichwort „Euthanasie“. Heute werde sogar von einem Menschenrecht auf Abtreibung gesprochen, womit man eine weitere Ausgrenzung der Lebensschützer und letztlich ihre strafrechtliche Verfolgung erreichen wolle. Tiger seien heute besser geschützt als ungeborene Kinder, so Laun. Aus dem Publikum wurde nachdrücklich die Rücknahme der „Rosenheimer Erklärung“ der Synode der Evang.-Luth. Kirche in Bayern von 1991 gefordert, weil sie den Wert menschlichen Lebens relativiere und den Staat nicht zum umfassenden Schutz allen Lebens auffordere.
Grußworte aus dem In- und Ausland Neben Otto von Habsburg sowie Ingo Friedrich, dem Vizepräsidenten des Europaparlaments, etlichen evangelischen Bischöfen aus dem In- und Ausland und weiteren Persönlichkeiten des kirchlichen und öffentlichen Lebens sandte auch der Kölner Joachim Kardinal Meisner sogar aus Rom (anstehende Papstwahl) ein Grußwort, in dem er die Verbundenheit im gemeinsamen Einsatz für das Evangelium und den Lebensschutz über die Konfessionsgrenzen hinweg betonte: „Sie, lieber Herr Bischof Sakrausky, haben sich Ihr ganzes Leben lang gegen den Opportunismus innerhalb der Christenheit gestemmt. Ohne Menschenfurcht haben Sie als Kriterium Ihrer Überzeugung einzig und allein das Evangelium Jesu Christi gewählt. Das hat Ihnen gewiß nicht nur Sympathie eingetragen. (...) In diesem Sinne freut es mich besonders, daß Ihr Eifer für das Haus Gottes nun mit der Verleihung des Walter-Künneth-Preises anerkannt und geehrt wird. (...) Ihr Einsatz für das Evangelium jedoch verbindet uns mehr, als es die harmonisierenden Formulierungen mancher interkonfessioneller Dokumente tun könnten.“ Der Bischof der Schlesischen Evangelischen Kirche A.B., Vladislav Volný (Tschech. Rep.), gratulierte und dankte Sakrausky für sein kirchliches und gesellschaftliches Engagement. Der amtierende Nachfolger des Preisträgers, Bischof Herwig Sturm (Wien), verschwieg gegensätzliche Ansichten in manchen Fragen nicht, betonte jedoch, daß „Bischof Sakrausky in unserer Kirche nach wie vor hohes Ansehen genießt und viele Menschen sich gerne an seine Arbeit und an persönliche Begegnungen mit ihm erinnern. Unbestrittene Würdigung finden seine kirchenhistorischen Arbeiten.“ Auch der österreichische Synodenpräsident Dr. Peter Krömer (St. Pölten) sowie der Bischof der Selbständigen Evang.-Lutherischen Kirche (SELK), Dr. Diethard Roth (Hannover), und derPräsident der Internationalen Konfrenz bekennender Gemeinschaften, Prof. Dr. Peter Beyerhaus, würdigten Sakrauskys Wirken. Ein erbetenes Grußwort von unserem bayerischen Landesbischof, Dr. Johannes Friedrich, ging nicht ein.
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Grußwort Prof. Dr. Peter Beyerhaus, Int. Präsident
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