Künneth-Preis 2007

Konservativer Politiker: 68-er Revolution hat ausgedient
Künneth-Preis-Verleihung: Bundestagspräsident lobt Festhalten an Zehn Geboten
S a c h s e n (idea) – Die 68-er Kulturrevolution hat ausgedient. Der frühere Bundesminister
Carl-Dieter Spranger (CSU) stellt eine wachsende Sehnsucht nach alten Werten und Tugenden
fest. Besonders die junge Generation suche wieder nach Orientierung auch aus dem
Christentum, sagte er am 17. Juni in Sachsen bei Ansbach bei der Verleihung des Walter-
Künneth-Preises an die Evangelische Nachrichtenagentur idea (Wetzlar). Früher sei es einem
konservativen Politiker wie ihm nicht in allen Medien möglich gewesen, angemessen zu Wort zu
kommen. Spranger: „idea hat mir Pressefreiheit verschafft.“ Bei der Preisverleihung durch die
Kirchliche Sammlung um Bibel und Bekenntnis in Bayern (KSBB) würdigten Redner aus Kirche
und Gesellschaft das Festhalten ideas an der Autorität der Bibel auch gegen den Zeitgeist, die
Orientierung an den Zehn Geboten, das Eintreten für die Wiedervereinigung Deutschlands und
das Engagement für verfolgte Christen sowohl in kommunistischen Diktaturen wie in islamisch
geprägten Ländern. Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) erklärte in einem
schriftlichen Grußwort, idea beharre auf den Zehn Geboten als Grundlage für Erhalt und
Fortentwicklung der Gesellschaft. Der Vorsitzende des Evangelischen Arbeitskreises der CSU,
der Europapolitiker Ingo Friedrich (Gunzenhausen) würdigte in einem von
Landesvorstandsmitglied Konrad Badenheuer (München) verlesenen Grußwort, dass idea zu
einer lebendigen Auseinandersetzung über Glaubensfragen beitrage und Einseitigkeiten in der
Politik vermeide.

„Die Redaktion schämt sich des Evangeliums nicht“
Unter den rund 230 Teilnehmern des Festakts war auch der frühere Diakoniepräsident Karl-Heinz Neukamm (Nürnberg). Der Geschäftsführer von Bibel TV und frühere Fernsehdirektor des Mitteldeutschen Rundfunks, Henning Röhl (Hamburg), würdigte in seiner Laudatio die Grundsatztreue ideas: „Die Redaktion schämt sich des Evangeliums nicht.“ Röhl warnte davor, einer angeblichen Renaissance der Religion unkritisch zu begegnen. Evangelikale würden in weiten Bereichen der Öffentlichkeit als Fundamentalisten dargestellt. Damit stelle man bibeltreue Christen und El-Kaida-Kämpfer auf eine Stufe. Röhl hob auch die Unabhängigkeit
ideas hervor. Da sich die Nachrichtenagentur zu weiten Teilen selbst finanziere und damit nicht am Kirchensteuertropf hänge, könne sie sich vor Einflussnahme von außen schützen. Röhl lobte die Weitsicht des idea-Vorsitzenden, Pastor Horst Marquardt (Wetzlar), der idea mit
anderen evangelikalen Führungspersonen 1970 gegründet hatte. Marquardt sagte bei der Preisverleihung, idea wolle nicht nur zurückschauen, sondern auch Impulse für die Zukunft geben, insbesondere durch den Kongress christlicher Führungskräfte.

Missionarische Herausforderung
Fritz Schroth (Bischofsheim/Rhön), Mitglied der bayerischen Kirchenleitung, sagte, idea sei
wegen der Orientierung an der Heiligen Schrift unverzichtbar. In Deutschland gebe es eine
„missionarische Herausforderung wie noch nie“. Das schlage sich auch in der Berichterstattung
ideas nieder. Der katholische Prälat Bertram Meier (Augsburg) hob die ökumenische hervor.
Protestanten und Katholiken säßen in einem Boot, wenn es darum gehe, die Wurzeln des
Glaubens zu erforschen und ein Bekenntnis abzulegen. Das Herz der Ökumene seien nicht
Papiere, sondern das persönliche Zeugnis des Glaubens, so Meier, der die Grüße des
Augsburger Bischofs Walter Mixa überbrachte.

Schlimmste Menschenrechtskatastrophe
Der Generalsekretär der Deutschen Evangelischen Allianz, Hartmut Steeb (Stuttgart), kritisierte,
dass auf dem Deutschen Evangelischen Kirchentag Anfang Juni in Köln „die schlimmste
Menschenrechtskatastrophe“ weitgehend verschwiegen worden sei, nämlich die massenhafte
Tötung von Kindern im Mutterleib. Ferner sei ein bedeutender Teil des Christentums - die an
Jesus glaubenden messianischen Juden - ausgeklammert worden.

Zeitgeistkritische Aufklärung
Der Preis ist nach Prof. Walter Künneth (1901-1997) benannt. Er war ein führender Theologe
der Bekennenden Kirche im Dritten Reich und der späteren Bekennenden Gemeinschaften in
den evangelischen Kirchen Deutschlands. Der Vorsitzende der Sammlung, Andreas Späth
(München), begründete die diesjährige Preisverleihung mit dem „zeitgeistkritischen, weil
biblisch fundierten Aufklärungsdienst“ ideas, insbesondere durch das Wochenmagazin
ideaSpektrum. idea-Leiter Helmut Matthies (Wetzlar), würdigte, dass die KSBB als theologisch
konservative Vereinigung „seriös und mutig“ auftrete. Frühere Künneth-Preisträger sind der
Evangelist Pfarrer Theo Lehmann (Chemnitz), der frühere Bundesminister Hans Apel (SPD)
und der evangelische Altbischof für Österreich, Oskar Sakrausky (1914-2006).
(idea18.06.2007/13:42)




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