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Künneth-Preis 2010 für Erzbischof Dr. Walter Obare |
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Walter-Künneth-Preis 2010 für Erzbischof Dr. Walter Obare Omwanza (Kenia)
"Schwarze Hirten besser als rote oder grüne"
Kirchliche Sammlung verleiht Preis an Bischof aus Kenia
Der Erzbischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Kenia, Dr. Walter E. Obare Omwanza (62), hat von der Kirchlichen Sammlung um Bibel und Bekenntnis in Bayern (KSBB) den Walter- Künneth-Preis 2010 erhalten. Damit wird der weltweite Einsatz dieses profiliert lutherischen Theologen für Schrift und Bekenntnis gewürdigt. Wie der Namensgeber des Preises bewahre auch Bischof Obare seine Treue zur Heiligen Schrift in den Auseinandersetzungen mit Vertretern einer vermeintlich modernen Theologie, welche die Autorität der Bibel und des christlichen Bekenntnisses zu untergraben sucht. So hat Obare 2005 den ersten Bischof der schwedischen Missionsprovinz geweiht, deren Mitglieder sich gegen den zeitgeistigen und bibelkritischen Grundtenor in der schwedischen Ex-Staatskirche wehren. Der Lutherische Weltbund setzte ihn daraufhin als theologischen Berater ab. Die KSBB möchte mit dieser Preisverleihung das Augenmerk von Christen in Bayern, Deutschland und Europa stärker auf schon lange nicht mehr "junge", aber wachsende und treue Kirchen in Afrika richten, um so in der Endzeit die Verbundenheit der globalen Gemeinde Jesu zu stärken.
Der Vorsitzende der KSBB, Andreas Späth, erinnerte an seine Religionslehrerin, die vor über 20 Jahren mahnend feststellte: „Früher haben wir Missionare nach Afrika geschickt. Wenn es bei uns mit dem geistlichen Niedergang so weitergeht, können wir nur darauf hoffen, dass uns die afrikanischen Christen Missionare schicken.“ Mit Bischof Obare und seinem segensreichen Wirken für die angefochtene Gemeinde aufrechter Christen in Europa sei dieses prophetische Wort Realität geworden.
Der Laudator, Pfarrer Dr. Wolfhart Schlichting, resümierte, dass im Hinblick auf das 500-jährige Reformationsjubiläum 2017 das Luthertum in seinem gegenwärtigen Zustand in Europa wohl den anderen Konfessionen und auch dem Rest der Welt die Antwort schuldig bleiben müsse, warum es die Lutheraner eigentlich noch gäbe? Außer es gelänge eine geistliche Erneuerung auf biblisch- reformatorischer Basis, für die Obare sich einsetze, die jedoch von modernistischen Synodenmehr- heiten im Westen mit ihrer weltlichen Ideologie auf das Äußerste bekämpft werde. Es stimme doch sehr nachdenklich, dass gerade in Afrika muslimische Missionare auf Erscheinungen wie kirchliche „Homo-Segnung“ im Westen verwiesen, um das Christentum zu diskreditieren, so Laudator Schlichting.
Bischof Obare ermahnte die Teilnehmer, alles weiterzusagen, was Christen von der Heiligen Schrift her aufgetragen sei. Dies gelte gerade in einer zunehmend gottlosen Epoche, in welcher eine globale Absetzbewegung vom Heiligen und Göttlichen ablaufe.
Vertreter des bekennenden Luthertums aus ganz Skandinavien waren zu der Preisverleihung ins mittelfränkische Nürnberg angereist. Sie dankten für die erfahrene Unterstützung und lobten den afrikanischen Preisträger ebenfalls für seinen Bekennermut und sein Festhalten an Schrift und Bekenntnis. Ihre Glück- und Segenswünsche überbrachten ebenfalls Propst Wilhelm Torgerson im Auftrag von Bischof Voigt und der Selbständig Evangelisch-Lutherischen Kirche in Deutschland (SELKD), sowie Pastor Gozdek von unserer braunschweigischen Schwesterorganisation. Priester Alexander Vasyutin, Mitarbeiter des Außenamts der Russisch Orthodoxen Kirche in Moskau, lobte den Preisträger dafür, dass er aus dem fernen Afrika gekommen sei, um seine europäischen Geschwister an ihre christlichen Wurzeln zu erinnern. "Denn es sind die Werte des Christentums von unserem Glauben und seinem Inhalt unablösbar."
Der Sohn des Namensgebers des Preises und frühere Vorsitzende und jetzige Spiritual der KSBB, Pfarrer Dr. Friedrich-Wilhelm Künneth, konnte leider nicht teilnehmen und übermittelte ein Grußwort, in dem er mit der Preisverleihung an Bischof Obare das Lebenswerk seines im Dritten Reich verfolgten Vaters gewürdigt sah. "Mein tiefer Dank gilt dem Dienst des guten schwarzen Hirten aus dem fernen Kenia zur Stärkung der geistlich unterversorgten weißen Schafe hier im Lande, denn die hiesigen roten und grünen Hirten können und wollen diesen Dienst nicht tun."
Professor Dr. Harald Seubert arbeitete in seinem Festvortrag heraus, wie nach der durch den Postmodernismus erfolgten Preisgabe des Dogmas der Wahrheit nun andere Dogmen an diese Stelle getreten sein. So entwickele sich der „Genderwahn“ zur staatlich verordneten Zivilreligion. Familie und Sittlichkeit würden dabei zerstört. Kirchliche Warnungen, dass auf Dekadenz Barberei folge, blieben leider aus.
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